Nasse Probe. 469
nun Chamäleonlösung zu, so wird die Oxalsäure zu Kohlensäure oxydirtnach der Formel:
50,0* + 3 S0 3 K0,Mn 2 0 7 = 10 C0 2 + 2Mn0,S0 3 4- K0,S0 3 .
Es entspricht dalier im Vergleich zu der oben angeführten Formel1 Aoq. Oxalsäure = 2 Aeq. Eisen 1 ), mithin sind jene 50 CC. mit 0,315Säure = 0,28 Grm. Eisen. 0,28 dividirt durch die Zahl der verbrauch-ten Cubikeentimeter Chamäleonlösung giebt daher die Menge Eisen,welche durch 1 CC. aus Oxydul in Oxyd übergeführt wird.
Die Probe verlangt vollständig reine und trockne Oxalsäure, unddie letzte der beiden Eigenschaften ist nicht ganz leicht zu erreichen.
Vergleicht man die drei Methoden, so spricht für Anwendung derersten die Uebereinstimmung derTitriruug mit den nachfolgenden Proben.Eisen in oxydulirten Zustand übergeführt, wenn man will durch dieselbeSubstanz, bildet bei beiden die Grundlage. Der Nachtheil ist, dass die glei-chen Schwierigkeiten eine Oxydation zu verhüten, oder eine Reductionanzuwenden, hier wie bei den Proben obwalten, dass also Fehler in dieserBeziehung sich häufen. Für die zweite spricht die Einfachheit der Be-rechnung, für die dritte die Möglichkeit, eine Lösung aufzubewahren,welche man ohne wiederholte Wägung dem Volumen nach benutzen kann.Aber die beiden letzteren theilen den Nachtheil, dass es schwierig ist,die angewendeten Materialien trocken zu erhalten.
Für die Praxis, wo man nicht über Va Procent hinaus genau unter-suchen will, ist immer die zweite Probe gerade wegen ihrer Einfachheitam meisten zu empfehlen.
c. Das Messen.
a. Mit doppelt-chromsaurem Kali. Der Process, das Eisen inErzen durch eine titrirte Lösung von doppelt-chromsaurem Kali zu bestim-men, ward zuerst von Dr. Percy in Glasgow augewendet. Zur Ausfüh-rung des Processes löst man circa 1 Grm., oder wenn man die Lösung aufl’rocente gestellt hat, genau 1 Grm. Erz nach den angegebenen Regelnauf und reducirt das entstandene Oxyd, verdünnt die Lösung, bei derman stets darauf zu achten hat, dass sie noch hinlänglich sauer ist, bringtsie, falls man sie nicht schon darin hatte, in ein Becherglas, welcheswegen der geringeren Oberfläche besser ist als eine Porzellanschale undlässt langsam die Maassflüssigkeit aus der Bürette eintreten. Es ist beider Beständigkeit der Lösung gleichgültig, welche Art von Bürette mananwendet. Man rührt ab und zu um. Das gebildete Chromoxyd giebtder Erzlösung beim Fortschreiten der Manipulation eine nach und nachimmer dunkler werdende grüne Färbung und die Farbe der Maassflüs-sigkeit verschwindet immer langsamer, je mehr der Process sich seinemEnde naht. Sollte die Lösung eine gelbe oder röthliche Farbe annehmen,
J)K0,Mn 2 0 7 4- 5C 2 0 3 4- ••• = 10C0 2 4- • • ■ undKO, Mu 2 0 7 -f- IOFöO 5Fe 2 0 4 -f- •••