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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Die Eisenerze.

so kommt das von einem Mange] an Säure her und daraus folgenderNichtreduetion der Chromsäure. Durch Zusatz von Säure kann mandiesem Uebelstand ahhelfen, vorausgesetzt, dass die Grenze noch nichtüberschritten ist. Um nun zu wissen, wenn die Ueberführung des Oxy-duls in Oxyd vollendet ist, benutzt man eine Lösung (Test solution) vonKaliumeisencyanid (rothem Blutlaugensalz) von der Stärke, dass 0,15bis 0,2 Gramm zu 1 / 2 Liter verdünnt werden '), eine stärkere Lösunggiebt oft röthliche Niederschläge gegen Ende der Reaction und daherkeine guten Resultate. Von dieser Lösung bringt mau eine AnzahlTropfen von etwa '/ 8 Zoll Durchmesser mittelst einer Pipette auf eineglasirte Porzellantafel oder ein Stück glatten weissen Schreibpapiers. Zugrosse Tropfen verderben durch ihre gelbe Farbe die Genauigkeit. Mannimmt nun von Zeit zu Zeit aus der bereits mit der Maassflüssigkeitzum Theil versetzten Erzlösung einen Tropfen mit einem Glasstabe, setztihn neben einen Kaliumeisencyanidtropfen und vereinigt beide durcheinen besonderen Glasstab, welchen man stets in einem Wassei-glase ab-spült, während der Glasstab, mit welchem man die Probetropfen heraus-nimmt, nicht mit dem Kaliumeisencyanid in Berührung kommen darf.Entsteht eine dunkelblaue Färbung beim Zusammenführen beider Tro-pfen, so kann man ohne Besorgniss halbe Cubikcentimeter der Maass-flüssigkeit zusetzen, erhält man aber nur noch schwächere Blaufärbung,so muss man jedesmal nach Zusatz von einigen, bald einem einzelnenTropfen den Versuch wiederholen. Erst wenn hierbei keine Spur einerblaugrünen Farbe bemerklich ist, kann man die Probe als beendet an-sehen und die Zahl der verbrauchten Cubikcentimeter ablesen. Als Con-trole der Richtigkeit kann man den Rest der Kaliumeisencyanidlösungin die Probeflüssigkeit schütten und darf dann keine Färbung, sondernhöchstens eine leichte Trübung erhalten.

Die organische Substanz, welche häufig in Eisensteinen gegenwärtigist, hat chemisch keinen nachtheiligen Einfluss auf die Probe; aber istsie, wie z. B. bei Kohleneisensteinen, in beträchtlicher Menge vorhanden,so stört sie häufig auf mechanische Weise, indem sie suspendirt bleibtund die Beobachtung der Färbung am Ende des Processes hindert. Mankann sich hiergegen durch Filtration vor der Reduction helfen, oder, in-dem man erst vor der schliesslichen Verdünnung filtrirt, aber dabei einStück Zink in das Filter legt und den Trichter mit einer Glasplatte be-deckt, auch möglichst schnell mit heissem Wasser auswäscht; oder manröstet das Erz zuerst in einem Scherben in der Muffel oder über demBunsensehen Gasbrenner und entfernt so die organische Substanz. Alleunlöslichen Bestandtheile, wie Kieselsäure, Erden, Silicate u. s. w., hin-dern den Process nicht und brauchen daher nicht entfernt zu werden.

) Die Grains und Pints des Originals sind in allen solchen Fällen abgerundetin Gramme und Liter übertragen. Zur Orientirung möge dienen, dass 1 Gallon= 8 Pints = 4,5485 Liter ist.