Nasse Probe. 471
Wie genau übereinstimmend bei hinlänglicher Vorsicht die Resul-tate sein können, davon liefern folgende Versuchsreihen den Beweis.
1) Unter Anwendung von metallischem Eisendraht:
Gewichtsmenge des Verbrauchte Theile der Berechnete Eisenmengegelösten Eisens. doppeltchromsauren auf 200 Maasstheile oder
Grains Kalitösung 1000 Gewichtsthle. (Grs.)
3,795 . 76,25 9,954
5,025 . 101,00 9,950
6,080 . 122,25 9,947
3,158 . 63,50 9,946
Mittel oder Titer . . . 9,949
Da in 100 Grains Eisendraht 99,5 Proc. reines Eisen
enthalten sind, würde der richtige Titer sein . . . 9,899
2) Unter Anwendung von reinem Eisenvitriol:
Gewichtsmengedes Verbrauchte 200 Thle. entsprechen
Eisenvitriols. Theile reinem Eisen.
Grains Grains
25 (= 5,036 Grs. Eisen) . . 101,50 . 9,923
20 (= 4,0286 Grs. Eisen) . . 81,25.9,917
Mittel oder Titer . . . 9,920
b) Mit übermangansaurem Kali. Diese Methode ist erfundenworden von Marguerite und verbessert durch Löwen th al und Lens-sen. Man löst circa 1 Grm. Erz, reducirt, verdünnt und setzt Schwe-felsäure hinzu, falls nicht Schwefelsäure zur Lösung gedient hatte. Manlässt die Lösung stets am besten in dem Kolben, in welchem man siedargestellt hatte. Sie muss vollständig kalt sein, und wenn das zurVerdünnung verwendete Wasser zur Abkühlung nicht genügte, kühltman den Kolben noch von Aussen ab. Da die Maassflüssigkeit durchorganische Substanzen verändert wird, darf man keine Quetschhahnbü-retten anwenden. Beim Einfüllen der Flüssigkeit in die Bürette mussman vorsichtig verfahren, weil man sonst Blasen auf der Oberfläche er-hält, die schwer zu entfernen sind. Den Kolben mit der Erzlösung stelltman auf ein weisses Papier und lässt nun unter beständigem Umschwen-ken die Chamäleonlösung zu. Anfangs verschwunden die rothen Tropfensehr rasch, allmälig langsamer, während die Erzlösung nach und nachgelblich gefärbt wird; je langsamer die rothen Tropfen verschwinden,um so vorsichtiger setzt man zu, bis schliesslich mit einem Tropfen plötz-lich eine rosa Farbe sich der ganzen Flüssigkeit mittheilt. Man liest dieZahl der verbrauchten Cubikcentimeter ab. Oft verschwindet die rotheFärbung in dieser Zeit wieder. Man lässt dann zur Controle noch einenTropfen hinzu, wonach die rothe Farbe wieder sofort erscheinen muss.Der Zusatz von Schwefelsäure zu einer salzsauren Lösung erhöht die