Analyse. 479
Hydratwassers und unter Berücksichtigung des von dem Eisenoxydul auf-genommenen Sauerstoffs. Hat man es aber mit Kohleneisensteinen oderüberhaupt mit solchen Erzen zu tliun, welche ausser Wasser und Kohlensäurenoch andere verbrennbare oder sich verflüchtigende Substanzen enthalten,so zersetzt man das feine Erzpulver mit Schwefelsäure im gewogenenGeissler’schen oder einem ähnlichen Kohlensäureapparat 1 ).
Organische Substanz (Kohlenstoff). Viele Thoneisensteine ent-halten mehr oder weniger kohlige Beimengungen. Hat mau Wasser undKohlensäure besonders bestimmt, so kann man sich mit der Differenz desGewichts vor und nach dem Glühen des Erzpulvers bei freiem Luftzutrittnach Abzug des Gewichts jener beiden Körper begnügen.
Genauer wird die Bestimmung aus dem unlöslichen Rückstände, inder Art wie dies in dem Laboratorium der Londoner Bergschule für dieenglischen Eisenerze ausgeführt worden ist. (Vergl. The Iron Ores ofGreat Britain, in den Memoirs of the Geological Survey, 1856, Part I, p. 49).
Wenn man das Erz mit Chlorwasserstoffsäure digerirt, den unlös-lichen Rückstand auf einem Filter sammelt und auswäscht, so enthältdieser ausser Kieselsäure und den unlöslichen Silicaten von Thonerde etc.auch den grössten Theil der Alkalien und die organische Substanz. Mantrocknet ihn vorsichtig und entfernt ihn vom Filter ohne eine wägbareMenge der Papierfaser mitzunehmen 2 ), setzt ihn in einem Brunner’-sclien Apparate den Dämpfen von Fluorwasserstoffsäure aus, feuchtet denRückstand mit verdünnter Chlorwasserstoffsäure an und sammelt den un-gelösten schwarzen Rückstand auf einem kleinen gewogenen Filtrum, trock-net und wägt. Da indessen häufig noch etwas unorganische Substanz,namentlich Fluorcalcium, zurückbleibt, kann man für sehr genaue Ana-lysen jetzt bei Luftzutritt glühen und die zurückbleibende Asche von demgefundenen Gewicht abzielien. Die salzsaure Lösung kann für sich oderin Verbindung mit Baryt etc. zur Untersuchung auf Alkalien benutztwerden, worauf hier nicht näher eingegangen werden soll.
2. Mangan, Zink, Kupfer, Blei.
Mangan. Der Gehalt an Mangan in Erzen ist von grosser Wich-tigkeit. In den meisten Fällen steigt der Werth des Erzes mit dem Mau-gangehalt, nur bei der Erzeugung von grauem Eisen darf er zu einemzweckmässigen Betrieb gewisse Grenzen nicht übersteigen.
a. Die Lösung des Erzes in Chlorwasserstoffsäure, in welcher allesEisen durch Kochen mit chlorsaurem Kali oder Salpetersäure in Oxyd über-geführt ist, wird von dem unlöslichen Rückstände abfiltrirt und einetwaiger grosser Ueberschuss an Säure durch Alkalien abgestumpft, dann
’) Vergl. Fresenius, quant. Analyse, >S. 366. — 2 ) Will man die Lösungnicht weiter untersuchen, so kann man besser Auswaschen durch Decantiren an-wenden und dann eindampfen und trocknen.