Asien.
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über dem Boden sitzend, erzeugt. Erz und Holzkohle, in den oblongenOefen auch Holz und Holzkohle, werden nun abwechselnd aufgegebenund das Schmelzen dauert in dieser Weise 12 bis 16 Stunden. Eine be-trächtliche Menge Schlacke wird von Zeit zu Zeit abgestochen, indem einEisenstab durch die erwähnten Löcher in der Bodenplatte in den innerenOfenraum gestossen wird. Man fängt bei dieser Operation mit den un-tersten (also hintersten) Oeffnungen an und geht nach und nach zu denobersten (also vordersten) über. Diejenigen, aus denen die Schlacke ab-gestochen ist, werden wieder mit Thon verschlossen, wenn das sich aufdem Boden ansammelnde Eisen dieselben erreicht. Wenn die Formen ganzfortgebrannt sind, was der Fall ist, wenn das Eisen bis zu ihrem Niveau auf-gestiegen ist, so wird das Schmelzen als vollendet angesehen und die Boden-platte mit einem Eisenstab entfernt, worauf die Eisen- und Schlackenmasseaus dem Ofen herunterfällt. Der Wolf wiegt meist 150 bis 180 Pfund undist daher zu gross, um im Ganzen gehämmert zu werden. Er wird des-halb mit einem scharfen Setzeisen (sledge) eingehauen, so dass er sichnach dem Ijrkalten in vier Stücke zerbrechen lässt. Gewöhnlich ist esein Gemenge von Schmiedeisen und Stahl, deren Verhältniss zu einandermehr von der Erzgattung als von der Leitung des Ofenganges abhängensoll. Uebrigens aber wendet man, wenn absichtlich Stahl erzeugt werdensoll, mehr Holzkohlen und schwächeren Wind an. Es mag hier noch er-wähnt werden, dass die Stahltheile, welche auf dem Bruche dasselbeAnsehen zeigen, wie der aus schwedischem Eisen dargestellte Cement-stahl, sorgfältig ausgesucht und gesammelt, in einem Holzkohlenfeuerrothglühend gemacht und in kleine Stückchen zerhauen werden, welcheman zu Schneidewerkzeugen etc. verarbeitet. Will man indessen keinenStahl, sondern nur Eisen erzeugen, so werden die sämmtlichen Theiledes Wolfs (die Schirbeln) in Schweisshitze gebracht und zu Stäben aus-gereckt, wodurch sie vollständig jedes stahlartige Aussehen verlieren.Zuweilen bilden sich in dem Ofen zum grossen Missvergnügen des Schmel-zers auch geringe Mengen Roheisen, welche sich sehr schwer von demübrigen Eisen trennen lassen. Man giebt in diesem Falle der zu hohenTemperatur, welche der Ofen angenommen hatte, die Schuld.
Zu dieser dritten Art gehört offenbar auch ein von Aikin in einemManuscript des Majors Franklin geschilderter Ofen, dessen ausführ-liche Beschreibung die nebenstehenden Skizzen überflüssig machendürften J ).
Fig. 22, 1 (a. f. S.) ist ein Grundriss. A stellt den Ofen dar, welcheraus grossen ungebrannten Ziegeln gebaut und mit Thon ausgesetzt ist.B ist ein 3 Fuss tiefer, mit einer Rampe, welche der Pfeil andeutet,versehener Graben — Fig. 22, 2 ist eine Vorderansicht, Fig. 22, 3 einverticaler Durchschnitt, Fig. 22, 4 zeigt die obere Ansicht der Form (T),
B Illustrations of Arts and Manufactures, by Arthur Aikin, London 1841,p. 289.
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