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Schmiedbares Eisen aus Erz.
Brennmaterial abwechselnd gesetzt. Hat sich die Schlacke bis zu einergewissen Höhe im Heerde gesammelt, so wird sie durch die Vorderseiteabgestochen, nachdem- durch einen Eisenstab eine Oeffnung gestossenworden war; ist nun aber die Charge vollendet, so wird das Eisen durchdie Gicht des Ofens vermittelst einer Zange herausgehoben, nachdem eszuvor mit Hülfe eines von oben eingeführten Eisenstabes in eine Kugelgeformt war. Sobald der Wolf entfernt ist, wird die im Ofen gebliebeneSchlacke durch die Vorderwand abgestochen und neue Erz- und Brenn-materialchargen werden aufgegehen. Man sieht, dass hier der Haupt-fehler der ersten Ofenart vermieden ist, denn da das Eisen in gewissemGrade im Ofen seihst bearbeitet und dann ohne Zerstörung des unterenTheils der Ofen Wandungen entfernt wird, so ist es möglich, ohne Verzugeine neue Charge zu beginnen und eine starke Abkühlung zu verhindern.Sechs Eisenstücke von je 18 Pfund Gewicht werden täglich in löstündi-ger Schicht ausgebracht und in der ersten Hitze zu gesunden Kolbenausgehämmert. Dieser Ofen zeigt offenbar einen beträchtlichen Fortschrittgegen den ersten und ist in der That als ein kleiner catalonischer Heerdanzusehen.
Dritte Ofenart. Wie schon erwähnt, wird die dritte Ofenart indenselben Gegenden wie die zweite, indessen nur für eine besonders guteEisensorte oder für Stahl angewendet. Ein solcher Ofen ist aus Thon gebautund gewöhnlich am Abhange eines Walles angelegt. Seine Gesammthöhe vonAussen beträgt 8 bis lOFuss, im Innern 6 bis 7 Fuss, so dass der Bodendes Ofenheerdes 2 bis 3 Fuss erhöht liegt. Sein Querschnitt ist quadra-tisch, 18 Zoll an jeder Seite, übrigens gleichförmig vom Boden bis zurGicht. Die Vorderwand ist meist nicht über 5 bis 6 Zoll stark, um leichtentfernt werden zu können. Ist dies geschehen, so bietet der Ofen dasAnsehen einer verticalen, in den Thonwall eingeschnittenen 18 Zoll tiefenund ebenso breiten Furche. Nur einzelne Oefen haben einen oblongenQuerschnitt von 15 bei 21 Zoll. Der Bodenstein des Ofens wird voneiner Platte oder einem Ziegel von getrocknetem Thon gebildet, worineine Zahl kleiner Löcher, die indessen nicht ganz durchgehen, angebrachtist. Diese Platte wird unter einem Winkel von etwa 45°, von vorn nachhinten geneigt, gegen den untersten Rand der Hinterwand des Ofens an-gelehnt, so dass man also unter dem Bodenstein einen freien, nach vornoffenen Raum von der Gestalt eines liegenden dreiseitigen Prismas erhält.
Bevor der Ofen in Betrieb gesetzt wird, legt man die zuletzt be-schriebene Platte ein und wirft hierauf Kuhmist, etwa 12 Zoll hoch, sodass diese Schicht den höchsten Rand der Bodenplatte an der Vorwanddes Ofens um etwa 4 bis 5 Zoll überragt. In diesem Niveau werden nunzwei thönerne Röhren oder Formen von wenigstens 18 Zoll Länge durch.die Vorderwand eingelegt, welche beinahe bis an die Rückwand reichen.Jetzt wird der Ofen theilweise mit Holzkohle gefüllt, angezündet undmit demselben Brennmaterial bis zur Gicht besetzt. Hierauf lässt manden Wind an, welchen der Balgentreter auf einer Art Gerüst, 2 bis 3 Fuss