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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Schmiedbares Eisen aus Erz.

Methode dürfte die Benutzung von grünem Holz sein. Es ist auffallend,ein so gutes Verkohlungssystem bei einer so rohen Methode der Eisen-erzeugung zu finden.

Es wird durchaus kein Zuschlag benutzt und ebenso wenig, wieschon erwähnt, ein künstlicher Windstrom, noch nimmt man etwa heider Wahl des Ortes für die Erbauung des Ofens besondere Rücksicht aufdie Herbeiführung eines natürlichen Luftstromes, da die Oefen mit ihrenVorderwänden oft einander gegenüberstehen. Ein steiler Abhang san-digen Thonbodens von 10 oder 12 Fuss Höhe wird für den Ofen ge-wählt, welcher, einfach aus einem Loche besonderer Form bestehend, inden Boden 2 oder 3 Fuss von der oberen Kante entfernt angelegt ist,während die Böschung hier zu einer verticalen Fläche verhauen ist. Oftumgeben auch 3 oder 4 Oefen einen kleinen Schacht. Sie sind etwa10 Fuss tief und von ungleichem trapezoidalen Querschnitt, da die Breiteder Vorderwand von 2072 Zoll an der Gicht auf 52 l /-j Zoll auf dem Bo-den, die der Rückwand von 11 3 /' 4 auf 5872 Zoll anwächst, während dieTiefe (zwischen Vorder- und Rückwand) von 20 7 2 Zoll an der Gicht aufetwa 23 '/ 2 Zoll in halber Höhe wächst und dann schnell bis zu 11 3 / 4 Zollam Boden abnimmt. Die nebenstehenden Skizzen und Durchschnitte sindim Maassstabe von 1 : 40 nach einer Originalaufnahme angefertigt. Ob-wohl im Einzelnen mancherlei Abweichungen Vorkommen mögen, habendoch alle Oefen im Allgemeinen dieselbe Form.

Die Vorderwand des Ofens wird durch kreuzweis angebrachte Holz-stücke gehalten, welche ihrerseits wieder durch zwei starke senkrechtePfähle gestützt werden. Der untere Theil der Vorderwand ist fort-genommen, wie dies die Durchschnitte zeigen. Die so gebildete Oeffnungmündet in den Ofen mit einer Höhe von etwa 1 Fuss und in der ganzenBreite des inneren Raumes, und dient zum Austragen der Schlacke unddes fertigen Eisens.

Wenn der Ofen im Gange ist, so wird diese Oeffnung mit feuchtemThon verschlossen, in welchen etwa zwanzig kleine Thonröhren (Formen)eingelegt Bind. Diese Röhren werden über runden Holzstämmchen ausfeuchtem Thon geformt, dann in Stücke von etwa 4 Zoll Länge geschnit-ten und gebrannt. Ihre Durchmesser betragen etwa 2 Zoll. Sie werdenin einer Linie neben einander etwa in halber Höhe der erwähnten Oeff-nung angebracht. Ist der Ofen so geschlossen, so wird brennendes Holzhineingeworfen und darauf zwei Schwingen Holzkohle von je 25 Viss J )oder 78 3 /4 Pfund geschüttet, dann folgen drei kleine Schwingen Erz vonje 10 Viss oder 31 ] /2 Pfund. Hierauf kommt wieder eine SchwingeHolzkohlen, dann sechs kleine Schwingen Erz, noch eine Schwinge Holz-kohlen, abermals drei Schwingen Erz und schliesslich eine fünfte SchwingeHolzkohle.

7 1 Viss circa 3V 2 Pfund englisch.