Asien.
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Flusse Irawadi, am Fusse eines erloschenen Yuleans J ) liegt. Uebrigensfinden sich auch Ueberreste von Oefen in der britischen Provinz Pegu,bei Prome am Irawadi, von denen nicht bekannt ist, ob sie überhauptnoch benutzt werden.
Der Process unterscheidet sich wesentlich dadurch von allen inVorder-Indien angewendeten Methoden, als kein künstlich erzeugterWindstrom benutzt wird. Der Berichterstatter sah zwar keinen Ofen inThätigkeit, hegt aber keinen Zweifel, dass die folgenden, ihm von Bur-mesischen Arbeitern mitgetheilten Angaben in allem Wesentlichen richtigseien. Die Zeichnungen sind von seiner eigenen Hand.
Das Erz, welches bei Puppa benutzt wird, ist ein Brauneisenstein,welcher in kleinen Concretionen in dem Kiese, der das Land zum grossenTheil bedeckt, gefunden wird. Diese Concretionen bestehen meist ineiner äusseren eisenreichen Kruste und einem Kern von sandigem Thon.Sie werden in haselnussgrosse Stücke zerschlagen und durch Sieben vomSande befreit. Als Brennmaterial dient Holzkohle von ausgezeichneterBeschaffenheit. Der Verkohlungsprocess scheint besser als in irgendeinem Theile Vorder-Indiens zu sein, findet sich übrigens ebenso zuThayet Myo in Pegu. Er wird folgendermaassen geschildert:
Die besten Monate zur Köhlerei sind Januar und Februar, währenddie gute Jahreszeit für die Eisenerzeugung vom Januar bis zum Maigeht. Im Allgemeinen beginnt man mit der Verkohlung des Holzes. DerSommer und Herbst wird für Ackerbau verwendet. Als Kohlenholzwerden verschiedene Baumarten, besonders aber Säl (Shorea röbusta) be-nutzt. Man liebt Stämme von 12 bis 18 Zoll Durchmesser, verwirft da-gegen schwächere als 3- bis 4zöllige. Das geschlagene Holz wird inHaufen von 12 Fuss Quadrat und 6 Fuss Höhe geschichtet, deren Seitenvertical sind und von Pfählen gestützt werden. Sie werden mit Erdebedeckt und nur eine Oeffnung von etwa 1 Fuss Quadrat wird am Fassefreigelassen, welche zwar von einer Seite zur anderen hindurchgeht, abernur an einem Ende offen erhalten wird. An dieser Stelle wird der Hau-fen mit brennendem Keisig angezündet, und sobald Rauch sich reichlichauf der anderen Seite der Oeffnung entwickelt, wird auch diese Oeffnunggeschlossen und bleibt so, bis der Rauch beinahe aufgehört hat; dannwird sie wieder geöffnet und einige Holzkohle gezogen. Das Feuer greiftvon Frischem um sich, die Oeffnung wird wieder geschlossen, nach einigerZeit wieder geöffnet, wenn der Rauch abermals nachgelassen hat undwiederum Holzkohle gezogen. Diese wechselnden Manipulationen wieder-holen sich täglich während zwanzig Tagen bis zu einem Monate. Solange brennt ein solcher Haufen.
Der einzige wesentliche Einwurf, meint der Verfasser 2 ), bei dieser
’) 19° 50' nördlicher Breite und 95° 20' östlicher Länge Greenwich. — 2 ) ImVergleich zur europäischen Köhlerei, die derselbe wohl nicht kennen mag, sindder Einwürfe natürlich gar viele zu machen.