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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Schmiedbares Eisen aus Erz.

Zerstörung der Feuerwände, ausgewechselt werden kann. Er wird voneiner Schlacken- oder Thonunterlage getragen.

Die Form besteht in einer etwas abgeplatteten konischen Kupfer-röhre von 0,48 Meter Länge. An der Mündung im Feuer ist die obereSeite lippenartig um 0,01 bis 0,02 Meter gegen die untere verlängert,und die Oeffnung bildet ein unregelmässiges Oblongum von etwa 0,042Meter Breite und 0,033 Meter Höhe. Die Neigung der Axe der Formist etwa 40° gegen den Horizont. Die Oberlippe ragt über die Form-wand um etwa 0,225 Meter in den Heerd, doch richtet sich dieses Vor-ragen hauptsächlich nach der Art der angewandten Holzkohle. Die Düsesteht um 0,30 bis 0,53 Meter gegen die Formmündung zurück.

Das Wassertrommelgebläse ( Irompe) ist die fast allein angewandteGebläsemaschine der catalonischen Feuer, wenigstens im DepartementAriege *). Es soll 1640 in Italien erfunden sein. Ein solches Gebläse istin den Figuren 28 bis 33 abgehildet. Es besteht aus einem starken hölzernenWassersammelkasten B von etwa 10 Cubikmeter Inhalt ( paicherou ), demhölzernen Windkasten C und gewöhnlich zwei verticalen Eöhren ( arbres )A A , welche die beiden ersteren mit einander verbinden. Die obereMündung jedes Rohres ist durch zwei flache Holzstücke ( etranguillons ) 5,die durch die Querlatten c festgehalten werden, verengt. Unterhalb derso verengten Mündung sind die Lufteinströmungsöffnungen ee ange-bracht. Der Windkasten hat (wie dies Fig. 30 zeigt) einen trapezoidalenHorizontalquerschnitt. An der breiteren Seite münden von oben dieRöhren AA ein, an der schmäleren dagegen erhebt sich aus dem Deckeldas Windleitungsrohr (Vhomme) p (Fig. 28), welches zuerst mit quadrati-schem Querschnitt vertical aufsteigt und dann knieförmig umgebogen in einerunde Röhre ( burle) O ausmündet. An diese letztere schliesst sich ein mitder Düse (canon de bourec) s verbundener Lederschlauch ( bourec ) r (Fig. 32).Die Düse ist meist aus Eisen, zuweilen aus Kupfer. Schliesslich ist indem Deckel des Windkastens noch eine für gewöhnlich durch eine Klappeverschlossene Oeffnung, gross genug, um einem Menschen behufs der Rei-nigung den Eintritt zu gestatten. An einer Seite des Windkastens be-findet sich die Oeffnung n zum Abfluss des Wassers, deren Grösse genauregulirt sein muss. Unter den Mündungen der Einfallröhren entlang vonSeite zu Seite erstreckt sich eine starke Holztafel ( banquette ) l, derenOberfläche mit Stein oder Gusseisen (ni) belegt ist.

Wirkungsweise des Wassertrommelgebläses. Wird die dieZuströmungsöffnung verschliessende keilförmige Schütze d gehoben, sofällt das Wasser in die Röhren A, es entsteht, da dasselbe nicht denganzen Querschnitt des Rohres ausfüllt, ein luftverdünnter Raum und

') Francois, p. 286.