Catalonische Luppenfrischarbeit. 527
röhren strömt, regulirt werden und mithin durch die Schütze (d in Fig.29);diese kann zu dem Zwecke vermittelst eines Hebels vom Feuer aus ge-
Fig. 33.
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° Xk
hoben oder gesenkt werden. Die Pressung des Windes, welche gewöhnlichdurch ein Quecksilbermanometer gemessen wird — es kann dasselbe inein Loch am oberen Ende des Windrohres p (Fig. 28) eingesetzt wer-den — ist bei diesem Gebläse sehr gleichmässig; im Uebrigen aber we-sentlich abhängig von der Höhe der fallenden Wassersäule. Im Depar-tement d’Ariege ist letztere 9 bis 10 Meter, in anderen Gegenden meistnur 7 bis 8V2 Meter; man kann so eine Pressung von 0,0855 bis sogar0,0945 Meter (3,27 bis 3,61 Zoll) Quecksilber erzielen, begnügt sich in-dessen meist mit 0,0675 Meter (2,47 Zoll). Weit weniger Einfluss hatnach den Beobachtungen Richard’s die Höhe der Wassersäule über derMündung der Einfallröhren auf die Pressung der Luft^P’
Vorzüge und Nachtheile des Wassertrommelgebläses. DieVorzüge des Wassertrommelgebläses beruhen in der Einfachheit seinerConstruction, der geringen Kostspieligkeit seiner Unterhaltung und indem gleichmässigen Windstrom. Dagegen hat es den Nachtheil, stetseine nasse Luft zu erzeugen, nicht nur deshalb, weil letztere mit Feuch-tigkeit gesättigt ist, sondern auch weil sie beträchtliche Mengen Wassermechanisch mitreisst und in das Feuer führt. Diese Feuchtigkeit derLuft hat nun gerade für den vorliegenden Process keinen sehr üblenEinfluss, insoweit dadurch eine Abkühlung hervorgerufen wird, wohlaber insofern, als durch die Wassertheilchen in kälteren Klimaten leichtein Einfrieren der Windröhren und somit eine Verstopfung oder garZersprengung derselben eintritt '). Der Wirkungsgrad dieser Art desGebläses ist zwar nur etwa 0,1 bis höchstens 0,15, nach Rittinger so-gar nur 0,05 2 ), d. h. das frei fallende Wasser verrichtet eine 10- oder gün-stigsten Falls nur 6,6-, nach Rittinger dagegen 20-mal grössere Arbeit,als es für den beabsichtigten Zweck leistet; aber in den Gegenden, woman überhaupt die Wassertrommel an wendet, ist gewöhnlich reichlicher
! ) Tunner, die Stabeisen- und Stahlbereitung I, S. 180. — 2 ) Oesterr. Zeit-schrift f. Berg- u. Hüttenw. Jahrg. 185 6 . Nr. 35.