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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Schmiedbares Eisen aus Erz.

Ueberfiuss an Wasser vorhanden '). Die schönsten Wassertrommelgebläsebefinden sich nach Weisbach 2 * ) zuLauffen ara Rheinfall bei Schaffhausen,wo nicht nur zwei Frischfeuer und ein Stahlfeuer, sondern auch der Iloh-ofen mit Wind versorgt wird.

Berechnung des Wirkungsgrades. Eine theoretische Berech-nung des Wirkungsgrades eines Wassertrommelgebläses führt nachWeisbach 8 ) auf die Formel:

Wirkungsgrad r] =

Q'g 1 (Q + QiT- (k X)

Q(Q + QO ä

wenn Q die Menge des Aufschlagwassers, Qi die eingesaugte Windmenge,a, die Höhe der Einfallröhre von den Sauglöchern bis zum Unterwasser-spiegel gemessen, h der durch die Höhe einer Wassersäule gemesseneäussere Luftdruck, x der auf gleiche Weise gemessene Luft- und Wasser-druck an der Einmündung der Saugröhren in das Fallrohr und li dasganze Gefälle des Gebläses bedeutet; woraus sich ergiebt, dass dieserWirkungsgrad um so grösser ausfällt, je grösser die Länge a l der Ein-fallröhren, je kleiner die Windmenge Q\ im Yerhältniss zur Wasser-menge Q ist und je mehr sich der innere Luft - und Wasserdruck xdem äusseren Luftdruck h nähert und je mehr das Gebläse Gesammt-gefalle (7t) hat.

Bei einem Fassungsraum des Windkastens (der Trommel) von 20bis 30 Cubikfuss auf je ein Einfallrohr, 15 bis 30 Fuss Gefälle und einerAufschlagwassermenge von 2 bis 3 Cubikfuss pro Secunde erhält man ingleicher Zeit l 1 /* bis 4 Cubikfuss Wind von der oben genannten Pres-sung 4 ). Sechs Wassertrommeln, welche von Baumgartel zu St. Johannam Brückel in Kärnten erbaut sind und ein Totalgefälle von 15 Fusshaben, brauchen 15 bis 18 Cubikfuss Aufschlagwasser pro Secunde undliefern in derselben Zeit durch vier Düsen 8 bis 9 Cubikfuss Wind mit1,8 Zoll Quecksilber Pressung. Ein anderes mit ungefähr 28 Fuss Ge-fälle liefert bei ungefähr 4 Cubikfuss Aufschlagwasser 3'/s bis 4 Cubik-fuss Wind aus einer Düse, von derselben Pressung wie die vorherigen.Tunner 5 ) stellt diese als Beispiele vorzüglich construirter Wassertrom-melgebläse hin, obgleich auch sie nicht ganz fehlerfrei seien.

Hammer und Amboss Qiammer and anvil). Der Hammer (Fig.34),welcher durch ein Wasserrad bewegt wird, ist in der Regel ein Schwanz-

: ) Vergl. Experiences faites snr la trompe du ventilateur des mines de Rande,suivies de quelques observations sur les trompes en general. Par M. d Aubuisson,Annal. des mines 2. s. 4. 1828. p. 236 u. 244, ferner Experiences faites sur lestrompes des forges de Vic-Dessos (Ariege), Annal. des mines 8. 1823. p. 595.

2 ) Lehrb. d. Ingenieur- u. Maschinenmechanik. III. 2. Abthl. S. 1184. s ) Op.

dt. S. 1186. 4 ) Loc. cit. 1184. Vergl. auch Karsten, Arch. Bd. 8 und Mag-

nus, Ueber die Bewegung der Flüssigkeiten, in dem Ber. der königl. Akad. der

Wissenschaften zu Berlin. 1848. 6 ) Stabeisen- und Stahlbereitung I, 186.