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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Catalonisclie Luppenfrischarbeit.

Die fünfte Periode beginnt nach 3 Stunden 50 Minuten mit Erhö-hung der Windpressung auf 0,0812 Meter Quecksilbersäule. Holzkohleund Erzstücke werden von Zeit zu Zeit zugeführt. Die Flamme ist etwasweniger blau geworden, die Holzkohle ist überall an der Oberfläche desHeerdes in Brand, der ganze Erz wall ist unter der Holzkohle verschwun-den. Nach 3 Stunden 59 Minuten wird Schlacke abgestochen und dieFlamme schlägt mit starkem Geräusch aus dem Schlackenloch. Nach4 Stunden 19 Minuten kann man bereits erkennen, dass der Deul einebeträchtliche Grösse unter der Holzkohlendecke einnimmt. Holzkohlewird jetzt reichlich aufgeschüttet, die Schlacke, welche nun sehr eisen-arm ( maigre ) ist, wird von Zeit zu Zeit abgestochen und neues Erz von.der Gichtseite eingeführt. Nach 5 Stunden 29 Minuten bricht der Fri-scher die Ecken des Deuls am Vorderzacken ab und stösst die im Heerdezwischen den Holzkohlen zerstreuten kleinen Stücke Eisen zusammen,um sie mit dem Deul zu vereinigen. Diese Operation heisst das Deul-machen (Ja balejade). Nach 5 Stunden 38 Minuten bricht der Frischerdie übrigen noch vorspringenden Ecken und Unebenheiten des Deuls los,entfernt alle an den Heerdwänden anhängenden Eisentheile und vereinigtsie mit der Hauptmasse. Nach 5 Stunden 43 Minuten wird die Flammeplötzlich weiss und sehr hell, was, wie die Frischer sich ausdrücken, einZeichen ist, dass das Eisen sich selbst verzehrt oder verbrennt ( semange ).

6 Stunden 3 Minuten nach Anfang der Operation wird das Gebläse ab-gestellt und die Düse zurückgezogen. Die den Deul bedeckende Holz-kohle wird auf die Heerdplatten an der Gicht gezogen und mit Wasserausgelöscht. Eine starke Brechstange wird nun durch das Schlackenlochunter den Deul eingeführt und der letztere durch Wuchten nach undnach gelüftet und dann (wie dies Fig. 27 zeigt) mit anderen Brechstan-gen von oben herausgehoben.

Die hier angeführten Zeiten sind etwas länger als bei ganz regel-rechtem Verlauf nöthig, was daher rührt, dass bei diesem von Richard 'gewählten Beispiel die Form etwas fehlerhaft war, in Folge dessen auchmehr Holzkohlen aufgingen.

Die ganze Charge (fire oder heat) dauerte also 6 Stunden 3 Minuten.Es wurden dabei nach Richard 106,62 Kilogramm = 213,24 PfundWasser verdampft, wovon 51,5 Kilogrm. oder 103,0 Pfd. aufgespritztwurden, während das Uebrige aus dem Material stammte. Die gesammteWindmenge betrug 2800,03 Kilogrm. = 5600,06 Pfd., oder durch-schnittlich pro Minute 1,27 Kilogrm. = 2,54 Pfd. An Holzkohle wur-den 544,7 Kilogrm. = 1089,4 Pfd. oder nach dem Volumen 2,412 Cubik-meter = 78,018 Cubikfuss verbraucht. An Erz wurden ungefähr 487Kilogrm. = 974 Pfd. verbraucht und lieferten 151,6 Kilogrm. = 303,2Pfd. Stabeisen.

Nach Frangois werden in den catalonischen Feuern von Ariegeim Allgemeinen 100 Kilogrm. verkäufliches Stabeisen aus 312 Kilogrm.