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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Schmiedbares Eisen aus Erz.

Erz erhalten, bei einem Aufgang von 340 Kilogrm. Holzkohlen und einerZeitdauer von 6 Stunden pro Charge.

Nach Richard gehen bei guter Arbeit dagegen 100 GewichtstheileErz 31 Thle. Staheisen und 41 Thle. Schlacken mit 30 Proc. Eisen 1 ).Nach demselben Autor erfolgten in dem Feuer zu Ressecq von 100 Thln.Erz 31,2 Thle. Stabeisen und 50,2 Thle. Schlacke oder 31 Thle. Stab-eisen und 51,8 Thle. Schlacke. Dabei hatte man die Schlacken vor demWägen sorgfältig von anhängendem Schmutz befreit und sie getrocknet.Da die Schlacken grösstentheils zur Halde gehen und seit Jahrhundertenauf Wegen und in Wasserläufen zerstreut liegen, so kann man auf denVerlust an Eisen schliessen. Richard berechnete von-den 40 Feuernim Ariege-Departement hei 1000 Chargen jährlich einen Eisenverlust inderselben Zeit durch die Schlacken von 2,400,000 Kilogramm oder48,000 Centner.

Ein guter catalonischer Deul ist ein mehr oder weniger kugelför-miger Klumpen, glatt an der Aussenseite und frei von unregelmässigenVorsprüngen und Ansätzen; seine obere Fläche zeigt eine der Richtungder Form entsprechende Einsenkung. Die Charaktere der Schlackengeben wichtige Kennzeichen für den Gang des Feuers. Sie sind im All-gemeinen bläulich - schwarz, müssen leicht fliessen und nach dem Ab-schrecken mit Wasser leicht und zerreiblich sein. Fliessen sie träge' oder werfen sie hei der Berührung mit der Luft Funken, so ist das einZeichen, dass sie metallisches Eisen mechanisch eingeschlossen enthalten.Da indessen die zuerst abgestochenen Schlacken häufig viel Eisen ent-halten, so werden sie in das Feuer zurückgegehen.

Bei einem guten Ofengange muss das Auge der Form helle, weisseGluthfarbe zeigen.

Theorie des Processes. Richard und Frangois haben die all-mälig eintretenden Veränderungen, welche in dem catalonischen Feuer vorsich gehen, sorgfältig in den einzelnen Perioden des Processes geprüftund zu diesem Zwecke wurden Feuer von gleichem Gange zu verschie-denen Zeiten zwischen Anfang und Ende der Charge ausgelöscht. DasFolgende gründet sich wesentlich auf diese sehr genauen Beobachtungen,von denen die von Frangois angestellten namentlich die Erscheinungen,die das Erz bei der Untersuchung unter dem Mikroskop zeigt, umfassen.

In Folge des eigenthümlichen Aufbaues des Erzwalles, dessen Stückenur allmälig in das Feuer geführt werden, müssen die gasförmigen Pro-ducte der Verbrennung so viel wie möglich denselben durchdringen, da dieZwischenräume zwischen den einzelnen Erzklumpen keinen erheblichen Wi-derstand bieten. Kohlenoxydgas ist nun.der Hauptbestandtheil dieser Gaseund dasselbe wird das Erz in grösserem oder geringerem Grade redu-ciren, bevor es auf den Boden des Heerdes gelangen kann. Das Erz,

B Op. cit. 154.