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Schmiedbares Eisen aus Erz.
man die Stückerze nun in Betracht zieht, so waltet in der Zone Nr. 1 dieRöstung derselben vor, in Nr. 2 lässt sich Reduction und das Auftreten
von Häutchen metallischen Eisenswahrnehmen, in Nr. 3 nimmtdie Reduction überhand, Koh-lung beginnt und zugleich dieVerschlackung und Schmelzungder erdigen Substanzen. InNr. 4 findet die schliessliche leb-hafte Reduction, Schmelzung dererdigen, verschlackten Substan-zen und zugleich Kohlung statt 1 ).
Mit Rücksicht auf das Erzkleinfindet schon in Zone A (etwa 0,20Meter unter der Oberfläche) Rö-stung und Reduction vorwaltendstatt, in B (welche bis zu 0,50 Meterherabgeht) sind Reduction undSchlackenbildung die charakteristischen Vorgänge; in 0, welche das gebil-dete Schlackenbad (siehe Fig. 36) mit einschliesst, werden Reduction undSchmelzung vollendet 2 ). Am oberen Theil der Zone Nr. 1 befindet sichdas Erz noch in einzelnen Stücken, welche zwar die Form des rohenMaterials, aber weder dessen Farbe noch Textur haben. Die Farbe näm-lich ist aus dem Ockerroth in Blauschwarz mit schwachem Metallglanzübergegangen, die Textur ist dichter und feinkörniger geworden. Aufder ganzen Oberfläche jedes Erzstückes zeigen sich Risse und Sprünge,welche sich bis zu beträchtlicher Tiefe hinabziehen und jedes einzelneBruchstück ist magnetisch. Die Gegenwart des Oxydoxyduls zeigt sichbesonders durch die dichte und feinkörnige Textur und die blauschwarzeFarbe an der Aussenfläche der Stücke und an den Seiten der Spalten,kurz derjenigen Theile, die am meisten der reducirenden Einwirkungausgesetzt waren; die Lage des gebildeten Oxydoxyduls wird um sostärker, je tiefer das Stück in Zone Nr. 1 hinabrückt. Ist das Erz sehrzerklüftet, so wird es ganz und gar aus Eisenoxyd in Oxydoxydul über-geführt, ehe noch Eisen reducirt wird; wenn es dagegen sehr dicht undcompact ist, so zeigt sich schon metallisches Eisen an der Oberfläche,während der innere Theil noch nicht ganz umgewandelt ist.
Frangois theilt die folgende Analyse einer Mischung mehrererErzstufen verschiedener Grössen aus dem mittleren und unteren Theilder Zone Nr. 1 mit, wobei noch zu bemerken ist, dass sich das specifischeGewicht des rohen Erzes von 3,650 auf 4,545 erhöht hatte:
Fig. 36.
') Op. cit. 226 bis 246. — 2 ) Op. cit. 246.