Catalonische Luppenfrischarbeit. 535
welches Brauneisenstein ist, verliert zuerst hei verhältnissmässig niedri-ger Temperatur sein Hydratwasser und wird dadurch porös und zugäng-lich für die Gase. Deshalb ist auch gerade dies Erz so vorzüglich fürden vorliegenden Process geeignet'). Die Reduction wird in dem Erz-wall allmälig von seiner Basis nach den oberen und äusseren Theilen zufortschreiten und man wird daher zwischen diesen Grenzen alle Zuständevom metallischen Eisen bis zum unveränderten Erze vorfinden müssen.
Mit dem Niedergange in den Heerd wird das Erz einer entspre-chend wachsenden Temperatur ausgesetzt, welche zuletzt hoch genugsteigt, um die Verbindung der Kieselsäure mit den Erdbasen und einernicht unbeträchtlichen Menge von Eisenoxydul zu einer sehr flüssigenSchlacke zu gestatten. Die Theilchen des reducirten Eisens vereinigensich bei der eingetretenen Schweisshitze zu einem porösen Klumpen, demDeul, welcher noch immer eine beträchtliche Menge Schlacke beigemengtenthält. Auch das Erz, welches im feinen Zustande als Greillade in denHeerd gebracht wird, erleidet eine Reduction bei gleichzeitiger Schlacken-bildung und das Eisen vereinigt sich mit der Hauptmasse. Durch dieheftigen und wiederholten Hammerschläge wird schliesslich die Schlackeaus dem Deul ausgetrieben und eine dichte Eisenmasse erzielt.
Da das Erzklein ( greillade ) sich im Zustande groben Pulvers befin-det, so bietet es der reducirenden Wirkung des aufsteigenden Kohlen-oxydgasstromes und der glühenden Holzkohle, mit der es in Berührungkommt, eine grosse Oberfläche dar, und es wird sich daher schnell redu-ciren, worauf die kleinen gebildeten Eisentheilchen hinabsinken und sichzu einer Masse am Boden des Feuers ansammeln werden, ehe noch dieEisenerzstücke reducirt werden. Diese erste Eisenmasse wirdSauer (principe du masse, Urdeul) genannt; sie bildet eine dünneLage über dem Heerdboden und nimmt die nachher niedergehendenStücke reducirten Eisens auf. Es ist von Wichtigkeit, dass dieser Sauersich in dem Mittelpunkte des Heerdes, d. li. weder zu hoch, noch zu tief,dagegen etwas mehr nach dem Hinterzacken zu ansammele. Sollte sichder Sauer schlecht angelegt haben, z. B. dicht an einem der Zacken, somuss er aufgebrochen und die Bildung eines neuen, besser gelegenenbewirkt werden 2 ). Zuweilen bilden sich zwei oder mehrere Sauer, aberdann kann ein guter und gleichartiger Deul nicht erhalten werden.
Franjois hat den Ofen in mehrere verschiedene Zonen eingetheilt,welche den vorwaltenden chemischen Reactionen entsprechen sollen. Ob-gleich diese Zonen, wie sie Fig. 36 (a. f. S.) darstellt, nach den allmäligenund regelmässig auf einander folgenden Veränderungen, welche das Erzerleidet, angenommen und in der That in dieser Art in einem gut arbei-tenden catalonisclieu Feuer vorhanden sind, so können sie doch je nachdem Gange des Feuers, der Art der Erze, der Menge von Holzkohlenund der Stärke des Gebläses sich sehr verschiedenartig gestalten. Wenn
*) Francois, p. 228. — 2 ) Franpois, p. 45.