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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Schmiedbares Eisen aus Erz.

Berührung mit metallischem Eisen, dass sie sich aber bei einem in gutemGange befindlichen Feuer stets im Durchschnitt der Zusammensetzungeines Singulosilicates nähere.

Frangois hat die folgenden Analysen der metallischen Kruste vonStücken aus der vierten Zone mitgetheilt.

i.

2.

3.

Specifisches Gewicht . . .

. . 6,140

6,215

7,063

Metallisches Eisen . . . .

. . 76,095

78,675

83,100

Schlacke.

20,400

15,620

Kohlenstoff.

. . 0,605

1,055

1,250

Nr. 1 ist aus einem Feuer entnommen, welches gewöhnliches weichesEisen (fer doux ordinaire) lieferte, Nr. 2 und 3 aus einem Feuer, wel-ches auf Feinkorn- oder stahlartiges Eisen (fer fort) arbeitete. Indiesen Proben hatte die Kohlung schon in bedeutendem Maasse um sichgegriffen und das geschieht, wenn sich kein unreducirter Kern mehr vor-findet und in Folge dessen kein sehr basisches Silicat gebildet werdenkann, welches durch Reduction eines Theils des oxydirten Eisens dasanliegende gekohlte Eisen wieder entkohlen kann, ein Vorgang, der beider Darstellung des Schmiedeisens aus Roheisen durch den Frischprocessnoch ausführlicher erläutert werden wird.

Das Gas, welches aus dieser Zone aufgefangen wurde, verbranntemit der blauen Flamme des Kohlenoxydgases und enthielt nur Spurenvon Kohlensäure.

Bei der Reduction des Erzkleins (greillade) treten dieselben Erschei-nungen in derselben Reihenfolge auf wie bei der Reduction der an derGichtzackenseite niedersinkenden Erzstücke, aber die Vorgänge folgen sichweit schneller, da nur kleine Erzstückchen mit einem zu ihrer Oberflächegeringen Inhalt der Einwirkung der Hitze und der Reduction unter-liegen. Die allgemeine Charakteristik der Zonen A, B und C war schonoben gegeben; es- bleibt hier nur noch Einzelnes zu erwähnen übrig. Inder Zone B überziehen sich die Holzkohlen, welche sich zwischen denStückchen des bereits in Folge eingetretener Schlackenbildung weichgewordenen Erzkleins befinden, mit einer sehr deutlichen Krustemetallischen Eisens, und ein derartiger Ueberzug lässt sich nicht alleinüber der Holzkohle bemerken, sondern auf der Oberfläche jedes festenunschmelzbaren Körpers, welchen man zwischen das schmelzende Erzkleinschiebt. Es ist dies nicht die alleinige Wirkung des Contacts zwischender Holzkohle und den leicht reducirbaren basischen Schlacken, sondernauch die Folge des durch die eingeblasene atmosphärische Luft erzeugtenreducirend wirkenden Kohlenoxydgases, welches vorzüglich in die Räumezwischen den eingeschobenen Körper und der metallischen Masse dringt,weil es dort hei seinem Aufsteigen durch das Feuer den geringsten