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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Schmiedbares Eisen aus Erz.

besten ist indessen die von J ars in seinem Berichte über die Eisenhüttenzu Eisenerz am Erzberge in Steyermark 1 ).

Als Beispiel ist liier ein charakteristischer Stückofen gewühlt wor-den, welcher früher in der Nähe von Schmalkalden in der GrafschaftHenneberg des früheren Kurfürstenthums Hessen in Betrieb war undden dort vorkommenden Spath- und Brauneisenstein verarbeitete 2 ).

Diese bereits S. 353 erwähnten Vorkommnisse, welche sich in gerin-ger Entfernung von der Stadt in dem mächtigen Vorkommen des Stahl-berges finden, haben seit Alters die Grundlage einer regen Eisenindustriegebildet.

Die innere Form des Ofens war die zweier abgestumpfter Kegel,welche mit ihren Grundflächen aufeinander gesetzt sind, also ungefährdie Form unserer jetzigen Hohöfen. Die Gesammthöhe des vorliegendenOfens betrug 16 Fuss, während zwei benachbarte nur 12 Fuss Höhehatten. Der Durchmesser am Boden war 2 l / 2 Fuss, an der oberen Oeff-nung der Gicht ( top oder tnouth ) 1 1 / 2 Fuss und im weitesten Theile, demKohlensack, welcher gerade in der Mitte der Höhe lag, d. h. 8 Fuss überdem Boden, 4 Fuss 2 Zoll. An der Gicht war das Ofengemäuer nocheinige Fuss höher mit allmäliger Erweiterung aufgeführt, um bequemeraufgeben (to Charge ) zu können. Man blies mit einer Form ( twyer ), welche14 Zoll über dem Boden lag; aber im Verlauf eines längeren Betriebeswurde der den Boden bildende Stein, der Bodenstein ( hearth - stone) , soweggefressen, dass die Höhe der Form allmälig auf 20 Zoll stieg. DieserWechsel in der Formhöhe soll einen ausserordentlichen Einfluss aufdas Ausbringen ( yield ), die Qualität des Productes und den Verbrauchan Holzkohle gehabt haben. Die Form, welche aus Kupfer gefertigt war,lag horizontal und ragte 3 Zoll in den Ofen, letzteres ein sehr wichtigerUnterschied gegen unsere Hohöfen. Der Bodenstein bestand aus Kiesel-conglomerat und hatte 2 bis 3 Zoll Fall nach dem Zugloche hin, durchwelches das metallische Stück, der Wolf, herausgeholt wurde. Dieses Lochwar 2 Fuss weit und wurde vor Beginn des Schmelzens mit Ziegeln undThon zugestopft. Der Wind wurde von Bälgen, -welche durch Wasser-räder bewegt wurden, erzeugt.

Nach Karsten wechselte die Höhe dieser Art Oefen zwischen 10und 16 Fuss. Bei einigen erweiterte sich der innere Raum, der Schacht(,shaft ), regelmässig vom Boden bis zur Gicht, die meisten aber hattenihre grösste Weite in der Mitte. Der Querschnitt des Schachtes warentweder rund oder viereckig. Bei einigen Oefen, z. B. denen zu Eisen-erz, wurde der Wind auf der Seite eingeführt, auf welcher sich die Oeff-nung zum Herausholen des Wolfes befand, in welchem Falle jedes-mal vor dem Ziehen der Luppe eine Entfernung der Balgen nothwendig

0 Voyages metallurgiques, 1774. 1. p. 37 u. f. 2 ) Der Stoff zu dieser Be-schreibung ist aus dem Werke: Praktische Abhandlung über die Eisen- und Stahl-manipulation in der Herrschaft Schmalkalden von Joh. Chr. Quantz, Hütten-schreiber zu Lehrbach. Nürnberg, 1799. S. 28 u. f. entnommen.