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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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567
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I

Der Stückofen.

5f,7

Name des Distriets.

Zahl der Oefen.

KuopioTJleaborg .Abo . . .Wasa . .Tavastehns

13

6

2

2

2

Zusammen.25

Die Beschreibung dieser'Art Oefen kann nicht besser als mit denWorten Grills geschlossen werden:Ist es nicht interessant, den soeinfachen und doch so erfolgreichen Weg mit anzusehen, auf dem (beider Osmund-Ofenarbeit) Alles ausgeführt wird? Hat der Bauer seineFeldarbeit im Jahre beschlossen, so geht er für einige Wochen mit seinerFamilie in den Wald, um sich einiges Geld zu erwerben durch die Dar-stellung von Eisen, welches er im Winter zu Markte bringt. Die Ge-gend, welche in dem Holzschnitte (Fig. 41) dargestellt ist, zeigt nichtmehr Civilisation als Hudsons -Bay. Der Mann mit dem Barte ist einDalekarlbauer, einer jenes Stammes, der, soweit Ueberlieferungen gehen,stets gute Bogenschützen geliefert hat. Die Frau ist ein Muster weib-licher Betriebsamkeit, ihre Hände sind mit der Spindel beschäftigt, wäh-rend ihre Füsse die Balgen bearbeiten.Ich gestehe, sagt Percy,diese alten metallurgischen Processe haben einen eigenen Reiz für mich,theils wegen des Interesses, welches allem Alten anhängt, theils- wegender malerischen Scenerie, in welche viele dieser alten Werke angelegtwaren, theils wegen der Betrachtung, dass das, was einst gute Dienstegethan, jetzt für immer vorbei ist.

b. Der Stückofen (High bloomery furnace).

Der Stückofen ist, wie schon oben bemerkt, die schliessliche Ent-wicklungsstufe der Oefen, in welchen schmiedbares Eisen direct aus demErz erzeugt wurde, und er kann als Grundlage zur Entwicklung desmodernen Hohofens betrachtet werden. Ja in diesem Ofen waren dieBedingungen zur Bildung von Roheisen oft schon so günstig, dass dieerzeugte Luppe sich höher kohlte und vor der Weiterverarbeitung unterdem Hammer noch einem Entkohlungsprocess unterworfen werden musste.Früher waren diese Oefen in verschiedenen Gegenden Europas in Be-trieb, namentlich in Kärnthen, Krain und Steyermark; aber schon 1841sagt Karsten'), dass sie in Folge ihres grossen Brennmaterialverbrauchsdort gänzlich aufgegeben seien und nur noch in Ungarn und in Deutsch-land im Henneberger District in beschränktem Maassstabe angewendetwurden. Beschreibungen dieser Ofenart und der damit zusammenhän-genden Arbeiten finden sich in allen älteren Hüttenkunden, eine der

) Karsten, Handb. d. Eisenhüttenk. 1841. 3. p. 34 u. 4. p. 283.