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Schmiedbares Eisen aus Erz.
Da die Bedingung zur Bildung von Roheisen verlängerte Berührungdes reducirten Metalls mit Kohlenstoff bei hoher Temperatur ist unddiese durch Vergrösserung des Verhältnisses der Holzkohle zu den eisen-erzeugenden Materialien hervorgebracht wird, so musste man umgekehrt,um wieder Schmiedeisen zu produciren, das Verhältniss an Holzkohleverringern oder in anderen Worten schwerere Gichten (heavier bürden )geben. Dazu kam aber noch eine Bedingung: Man musste während desProcesses die Schlacke frei laufen lassen, so dass der Eisenklumpen, dersich im Heerde des Ofens ansammelte, niemals von Schlacke bedeckt unddadurch vor der Einwirkung des Windstromes geschützt wurde.
Es mögen noch schliesslich zwei Analysen von Karsten Platz finden,deren eine eine reiche Schlacke betrifft, welche als Material der Eisen-erzeugung diente, deren zweite die Zusammensetzung der bei der Erzeu-gung des Wolfes aus der Ofenbrust abfliessenden Schlacke, welche dasAnsehen einer rohen Frischschlacke hat, giebt,
1 . 2 .
Kieselsäure. 11,10 29,1
Thonerde. 0,09 4,3
Kalk . 0,13 2,6
Magnesia. 1,05 9,2
Eisenoxydul. 84,30 51,7
Manganoxydul. 2,80 2,9
Alkalien.Spur Spur
99,47 99,8
In der Schlacke Nr. 2 ist das Verhältniss des Sauerstoffs der Kiesel-säure zu dem der Basen beinahe wie 5 : 6, also noch nicht ganz das einesSingulosilicates. Diese Analysen sind deshalb lehrreich, weil sie densehr grossen Gehalt an Eisen zeigen, welcher mit der Schlacke verlorengeht, eine Bedingung, welche aber gerade der Erzeugung eines Eisensvon vorzüglicher Qualität günstig ist, weil eine eisenhaltige Schlacke sichbei niedriger Temperatur schmelzbar zeigt und daher die Reduction desEisens ebenfalls bei einer Temperatur vor sich gehen kann, in der eineReduction anderer Stoffe, welche das Eisen verunreinigen würden, na-mentlich des Siliciums, noch nicht stattfinden kann.
Schlussfolgerung ■). Fasst man die beschriebenen, ganz oder bei-nahe ganz ausser Anwendung gekommenen Methoden der Darstellung desSchmiedeisens und Stahls direct aus den Erzen zusammen, so ist es nichtschwierig, die Gründe ihres Erlöschens zu erkennen. Ein grosser Ver-brauch an Holzkohlen gestattet ihre Anwendung nur in holzreichen Ge-genden, wo das Holz weder an Ort und Stelle zu Bauzwecken u. s. w. ver-wendet werden kann oder wegen schlechter Abfuhrwege noch nicht als
*) Fehlt dem Original.