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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Clays Methode.

Schweissofen leitete, während die Packete der Rohstäbe für die Walz-arbeit erhitzt wurden; aber macht man auch die günstigsten Annahmenfür diese und andere, offenbar zu umgehende Verluste, welche bei un-unterbrochener Arbeit nicht zu entstehen brauchen, so ist es doch sehrwahrscheinlich, dass dieselben Ursachen, welche gegen den Erfolg desProcesses, Eisen direct aus dem Erz allein zu erhalten, wirkten, auchdiese veränderte Methode als die Gegenseite eines ökonomischen Betriebshätten erscheinen lassen, da Zeit, Arbeitskraft und Brennmaterialaufwand,welche erforderlich waren, um 1 Centner Rohschienen auf diese Weise zumachen, unbestreitbar grösser sind, als wenn Roheisen allein im Puddel-ofen verarbeitet wird und zwar in einem solchen Maasse, dass die Er-sparnis an Roheisen mehr als aufgewogen wird. Zu Workington konnteman in 24 Stunden, selbst als das Werk in gutem Gange war, seltenmehr als 10 Chargen mit Erz und Eisen in einem Ofen machen, währendder Aufwand an Löhnen, Brennmaterial und sonstigen Materialien derselbewar, als wenn man eine weit grössere Zahl Chargen ausgeführt hätte,so dass es sehr zweifelhaft bleibt, ob allein schon diese Mehrausgabendurch den geringeren Abgang an Roheisen gedeckt werden konnten.Das günstige Ausbringen ist das beste Resultat, welches die Bücher desWerkes nachweisen; denn während am Anfänge des Betriebes 20 CentnerRoheisen und 5 Centner Rotheisenstein nur zwischen 16 und 17 CentnerRohstäbe lieferten, so gab am Schluss dasselbe Quantum Material 20 Ctr.Rohstäbe und einige der besten Puddler brachten sogar mehr aus alsdas eingesetzte Roheisen betrug ').

Der beste Beweis, dass der Process als Ganzes genommen nichtlebensfähig war, liegt darin, dass obschon er auch in anderen Werkenausser Workington versucht worden und obschon das Patent längst er-loschen ist, er doch überall, wo er eingeführt war, aufgegeben und vonNeuem nirgends wieder angewandt worden ist.

Das Einzige, was noch an diese Methode erinnert, ist das Aussetzender Puddelofenränder mit Rotheisenstein, was in England und Schottlandganz allgemein ist und auch in Westphalen zuweilen geschieht. DerUnterschied dieser in der Wirkung vollkommen dem beschriebenen Be-triebe gleichen, in dem Zwecke aber ganz davon verschiedenen Arbeitwird erst vollständig deutlich gemacht werden können, wenn die Puddel-arbeit selbst beschrieben sein wird.

Ausbringen und Produetionskosten. Das Werk zu Workingtonwar vom 4. October 1845 bis zum 15. Juli 1846, also etwas über 40Wochen in Betrieb. Es wurden in dieser Zeit 1019 tons, 8 cwts, 1 qr.oder 20,714 Ctr. 46 Pfd. fertiges Stabeisen dargestellt.

t) Dies ist wohl denkbar, gesetzt 20 Ctr. Roheisen mit 10 Proc. Abgang ge-ben 18 Ctr. Rohstäbe und 5 Ctr. Rotheisenstein von 60 Proc. Eisengehalt 3 Ctr.Eisen, so sind dies schon 21 Ctr. Ausbringen.

Percy, Metallurgie. II.

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