Renton’s Methode.
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ductionsprocess mit ganz ähnlichen Principien wie Renton umfasste.Es sollte Magneteisen mit Holzkohle gemischt, beides in Form von gro-bem Pulver, auf geneigte Platten oder eine geneigte Bahn von Steatitin einer Kammer, die mit einem Sehweissofen in Verbindung steht, auf-gegeben werden. Ein Feuer an der Basis der Kammer erhitzt die Mi-schung hinlänglich zum Glühen und die Flamme, welche über die Ober-fläche der Platten spielt, unterstützt die Reduction des Erzes. Ist diesevollendet, so kommt das Product in den Schweissheerd, wo es in ge-wöhnlicher Weise zu Luppen geballt wird. Es waren vier Oefen im Bau,von denen jeder täglich etwa 100 Centner produciren sollte.
Cooper und Herwitt zu New-York benachrichtigten indessen be-reits im Juli 1855 den Verfasser, dass Renton’s Methode sich nicht be-währt habe und zugleich in Amerika aufgegeben worden sei.
Auch zu Vilette hei Paris sind in den Jahren 1856 und 1857 Versuchemit der Renton’schen Methode unter Pailette’s Leitung angestellt wor-den 1 ),deren Resultate nicht ganz ungünstig waren. Petitgand undRonnaführen die damals von Paillette gehegten Erwartungen an. Nach ihm er-forderte die Anwendung dieser Methode keine grossen Veränderungen in denbestehenden Gewohnheiten des Puddelbetriehes; mit gewissen Abänderungenund bestimmten Erzen erlaubte sie die zur Speisung zweier Oefen nöthigenMaterialien zu produciren und ausserdem noch mit der abgehenden HitzeDampf zu erzeugen. Was die ökonomisshen Resultate anbetrifft, soboten sich bei Erzen von hohem Eisengehalt und besonders wenn manKohle in der Nähe hatte, unter vielen Umständen bedeutende Vortheilegegen die Preise des gepuddelten Stabeisens, worauf man doch zurück-gehen muss, da die übrigen Kosten allen auf Steinkohlenbetrieb gegrün-deten Werken gleichmässig zur Last fallen; Vortheile, -welche sich nochvermehren könnten durch günstige Wahl des Ortes und Vervollkommnungder Apparate.
Die gerösteten und zweckmässig zerkleinerten Erze kamen in dieKammer, welche etwas pyramidal, mit der grösseren Fläche nach unten,geformt war und aus einem oder aus zwei Stücken bestand, in Mengen von15 bis 20 Kilogramm, d. h. 30 bis 40 Pfund, gemischt mit gestossenerHolzkohle und Sägespähnen, welche Sinterung verhüten sollten. Hierverweilten sie 4 bis 5 Stunden, kamen dann in den Puddelofen, dessenConstruction sich nach der Art der Erze richtete. Man hatte je nach derGeschicklichkeit des Puddlers ein Ausbringen von 30 bis selbst 50 Proc.,welches etwa 1 / i bis */* unter dem der catalouischen Feuer zurückblieb.Das Ausbringen hob sich, wenn man zuvor eine bestimmte Menge Roh-eisen in dem Ofen puddelte und dann die reducirten Erze zur rechtenZeit hinabliess.
*) Percy-Petitgand et Ronua, II, S. 528.