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Schmiedbares Eisen ans Erz.
Zum Vergleich wird auch noch der Aufgang im welschen Frisch-feuer, welches in Schweden oft angewendet zu werden pflegt, aufgeführt:1,10 Ctr. Luppen, ungeschweisst,
• 1,25 „ Roheisen,
2,50 „ Erz mit 50 Proc. Eisen.
An Brennmaterial:
1,00 Ctr. Steinkohle zur letzten Schweissung der Luppen,
0,90 „ Holzkohle beim Verfrischen von 1,10 Ctr. Luppen,
1,00 „ Holzkohle zur Erzeugung von 1,25 Ctr. Roheisen im Hohofen.
Zusammen 1,90 Ctr. Holzkohle und 1,00 Ctr. Steinkohle.
Das kommt ungefähr auf den Verbrauch an Brennmaterial, welchender Chenot’sche Process mit der Tourangin’schen Modification nach-weist.
Der unglückliche Che not scheint unbegrenztes Vertrauen auf seineErfindung gesetzt zu haben und betrachtete sie — welcher Erfinderthäte das nicht — als eine grosse Entdeckung, ohne Zweifel nicht be-kannt mit dem, was Clay und Andere vor ihm gethan hatten. In demBericht, welchen Chenot der Jury der ersten Classe in der Ausstellungvon 1851 mittheilte, findet sich folgende Zusammenstellung der vermu-theten Vortheile seines Processes: „Die Möglichkeit, aus allen SortenRohmaterial, an jedem Orte, mit jedem Arbeiter, mit geringem Anlage-capital, mit wenig maschinellen Hülfsmitteln die bestmöglichen Productezu erhalten, bürgt für den ökonomischen Nutzen besser als eine Zusam-menstellung blosser Zahlen ... Ich fordere jeden Eisenhüttenmann heraus,mit denselben Kosten nach den gewöhnlichen Methoden nur Roheisenvon mittlerer Qualität zu erzeugen, mit denen ich ausgezeichnetes Eisenoder Stahl nach meiner Methode im Zustande der Luppen hersteilen kann.Ganz abgesehen von dem Kostenpunkt kann ich jede Art von Brenn-material verwenden; und ich brauche auch nur die Hälfte des Anlage-capitals.“ Der Leser möge diese pomphafte Ankündigung eines enthu-siastischen Erfinders mit der folgenden ruhigen und leidenschaftslosenAnsicht einiger competenten und uninteressirten Männer vergleichen.
Im Jahre 1856 wurde folgender Bericht von Combes, Regnaultund Thirria dem französischen Minister für öffentliche Arbeiten überden Chenot’schen Process der Eisen- und Stahldarstellung überreicht 1 ).
1) Die Gussstahlsorten, welche nach Chenot’s Methoden zu Clichy-la-Garenne aus den Erzen von Sommorostro fabricirt werden, können alsvon guter Qualität und anwendbar zu denselben Zwecken, wie gute ausfranzösischem Eisen erzeugte Sorten Stahl angesehen werden.
2) Chenot’s Methoden scheinen sich mit Vortheil für die Stahlfabri-kation aus einigen reichen Erzsorten Frankreichs und des Auslandes angeeigneten Plätzen verwerthen zu lassen.
b Revue universelle, loe. cit. p. 20.