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Schmiedbares Eisen aus Erz.
eine schwärzlich graue, tlieils steinig dichte, theils krystallinische Schlackevom Aussehen der Frischschlacke, ohne auch nur ein metallisches Kornoder Blättchen. Derselbe ungünstige Erfolg zeigte sich bei allen fernerenVersuchen mit den vorhandenen reducirten Erzen.
Die zweite Reihe von Versuchen umfasste nun die Reduction dergenannten ärmeren Brauneisenerze, welche sich dem Anschein nach weitleichter reducirten, aber das Product des Flammofens war wieder eineeisenhaltige, schwarzgraue, fast ganz und gar krystallinische Schlacke,ohne mechanisch beigemengte Eisentheile.
Das Zubruchegehen der Gasgeneratoren und Mangel an Geldmittelnder betreffenden Gesellschaft setzten allen weiteren Versuchen für immerein Ziel.
Die Gründe für das Fehlschlagen dieser Versuche liegen offenbardarin, dass das Eisen sich vollständig verschlackte; das kann aber wiederzwei Ursachen gehabt haben, die wahrscheinlich zusammenwirkten, erstensnämlich eine unvollständige Reduction des Eisenoxyds, welches wohl nurzum Theil in metallisches Eisen übergegangen sein, zum Theil sich abernoch im Zustande des Oxydoxyduls befunden haben wird, zweitenseine abermalige Oxydation des reducirten Eisens entweder sofort beimHerausziehen aus dem Reductionsofen, oder nachher im Schmelzofen.
So ungünstig auch diese Versuche, welche Gurlt mit der festenUeberzeugung des Gelingens und unter der allgemeinen Theilnahme derhüttenmännischen Welt begonnen zu haben scheint, abgelaufen waren, soging man doch anderwärts, wo die Verhältnisse günstiger waren, daraufzurück. In Spanien führte ihn Justino Delpon zu Bolueta ein '). Hierwird Brauneisenstein von San Juan de Sommorostro bei Bilbao verarbei-tet, welcher etwa 65 Proc. Eisen und 7 Proc. Wasser enthält. Das Erzist so leichtflüssig und enthält so wenig schlackengebende Bestandtheile,dass es sich allein im Hohofen gar nicht verschmelzen lässt.
Die Apparate sind mit ganz unwesentlichen Abweichungen wie die vonGurlt ursprünglich angegebenen (Fig.43 und 44) construirt. Das Gas wirdaus Eichen- und Buchenkohlen erzeugt. Bei starker Rothgluth findet dieReduction zu Eisenschwamm ( JEsponja ) statt, welcher die Form der Erz-stücke hat und nur porös gegen jene ist. Derselbe wird von Zeit zu Zeitin untergestellte kleine Eisenwagen gezogen und sogleich mit Kohlen-lösche bedeckt, um bis zu seiner Abkühlung nicht mit der Luft in Be-rührung zu kommen.
Es werden täglich in einem Reductionsofen drei Chargen von zu-sammen 3600 lvilogrm. oder 72 Ctr. Eisenerz mit 936 Kilogrm. oder18,72 Ctr. Holzkohle verarbeitet und daraus 2340 Kilogrm. oder 26,80 Ctr.Eisenschwamm erhalten. Der abgekühlte Schwamm wird alsdann inChargen von 85 Kilogrm. oder 1,70 Ctr. im catalonischen Feuer aus-geschweisst und dabei 46 Kilogrm., d. h. 92 Pfd. weiches Eisen beim
') Berggeist, 1863. S. 256.