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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde I] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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603
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Rogers Methode.

Verbrauch einer gleichen Menge Holzkohlen ausgehracht. Es werden alsoin beiden Operationen auf 100 Pfd. fertigen Staheisens 285 Pfd. rohesErz und 174 Pfd. Holzkohlen verbraucht.

Gurlt knüpft hieran die Bemerkung 1 ), dass da auf dieselbe Mengefertigen Eisens beim gewöhnlichen Hohofen- und Frischprocess zwar nur213 Pfd. Erz, aber 295 Pfd. Holzkohlen erforderlich sein würden, seinProcess sich da empfehle, wo bei gutem Erze das Brennmaterial ein kost-spieliges, also z. B. Steinkohle nicht zu erlangen sei.

Auch zu diesem Processe bedarf man also sehr reiner und poröserErze. Der Metallschwamm, welcher erzeugt wird und welcher durchhinreichendes Abkühlen vor der Oxydation geschützt werden muss, kanndann unter Holzkohlen ausgeschweisst werden. Es ist aber zu fürchten,dass in dem von Gurlt vorgeschlagenen Flammofen dies niemals gelin-gen wird, weil die zutretende Luft das fein vertheilte und erhitzte Eisenzu schnell oxydiren wird, selbst wenn man mit möglichst reducirenderFlamme arbeitet.

6. Rogers Methode -).

In einem Berichte, welchen derScientific American im Jahre 1862giebt, ist in Newark in den Vereinigten Staaten (N. J.) auf den Hütten-werken von Isaak Ilogers folgender Process eingeführt:

In einem Cylinder es existiren deren dort zwei von 16 bezie-hungsweise 20 Fuss Länge mit einem Durchmesser von 6Fuss, welcherhorizontal über einem puddelofenähnlichen Flammofen aufgehangen ist,um eine hohle Axe rotirt und von Mauerwerk derartig umgeben ist,dass er von aussen durch die abgehenden Gase des darunter liegenden Ofens erhitzt werden kann, bewegen sich, vorwärts getrieben durch eineSchraube, die zu redncirenden Erze, welche mit 25 Proc. Steinkohle ge-mengt sind. Es werden Magneteisenerze sehr reiner Beschaffenheit ver-werthet. Bei jeder Umdrehung des Cylinders werden Chargen von je25 Pfd. achtmal in den vorderen Theil des Cylinders aufgegeben. Die-selben brauchen 5 bis 8 Stunden, um bei schwacher Rotligluth zu demanderen Ende des Cylinders zu gelangen, wo dann das reducirte Erz beijedem Umgänge einmal ausgetragen wird und direct in den Puddelofenfällt. Jeder solcher Austrag umfasst so viel Erz, dass davon 110 bis 130Pfd. schwere Luppen geschweisst werden. Alle 22Vs Minuten gelangen200 Pfd. in den Ofen; in derselben Zeit ist die vorhergehende Chargegeschweisst und die Unreinigkeiten des Erzes sind zu Schlacke vereinigtgeschmolzen.

Hiernach dauert also jede Umdrehung des Cylinders 22 1 / a Minutenund in dieser Zeit werden aus 8 X 25 = 200 Pfd. Erz 110 bis 130 Pfd.

') Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure. 1865. S. 174. 2 ) Nicht imOriginal enthalten.