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[Ausführliches Handbuch der Eisenhüttenkunde II] / von John Percy ; bearbeitet von Dr. Hermann Wedding
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Der Hochofenprocess.

Querschnitt ist, geschieht die Verankerung durch eingemauerte, mit Splintund Keil versehene, ein Achteck bildende Eisenstangen.

Vertheilungsrokr (Ilauptwindleitung, Hauptrohr, blast-main). Das Rohr, welches den Wind bei diesem Ofen an die einzelnenFormen vertlieilt, besteht aus gusseisernen Röhren, welche durch Muffenverbunden sind. Es geht rings um den Ofen innerhalb der Pfeiler undoberhalb der Formöffnungen und wird von Consolen getragen (Fig. 4und 6). Ein solches Arrangement, bei welchem der Wind abwärts zuden Düsen geführt wird, gestattet eine bequeme Zugänglichkeit desganzen Apparates und verhindert ein tieferes Eindringen von Schlacke,im Fall der Wind plötzlich abgestellt werden muss Vortheile, dieden einzigen Gewinn, welchen ein unter der Erde liegendes Vertheilungs-rohr bietet, bei Weitem überwiegen; denn dieser Gewinn besteht nur inRaumersparniss.

Die Düsenvorrielitungen ( blast-pipes ), welche den Wind in dieFormen führen, bestehen in Knieröhren, welche bald aus Gusseisen, baldaus Schmiedeisen angefertigt sind. Nur bei Renutzung kalten Windeskann man lederne Verbindungsschläuche zwischen Vertheilungsrohr undDüse anwenden. An dem Kniee und in der Axe des horizontalen Theilsund folglich auch der der Form befindet sich eine kleine Oeffnung, welchedurch einen Schieber oder einen gusseisernen Pfropfen verschliessbar ist(Fig. 6) und dazu dient, die Temperatur des Windes zu messen und dasInnere der Düse und Form zu beobachten. Oft ist zum Messen derTemperatur eine besondere Oeffnung angebracht und die hier beschrie-bene, welche in diesem Falle nur zur Besichtigung dient, durch eineGlas- oder besser Glimmerscheibe verschlossen. Doch muss auch dieseletztere in einen beweglichen. Schieber eingeschlossen sein, damit mannöthigenfalls mit einem schwachen Eisenstabe in das Innere der Düsegelangen und gebildete Ansätze abstossen kann.

Besondere Bemerkungen. Der vorstehend beschriebene Ofen isttheils aus feuerfesten, theils aus gewöhnlichen Ziegeln zusammengesetzt,indessen empfiehlt Kenyon Blackwell 1 ) die ausschliessliche Anwendungvon feuerfesten Ziegeln. In dem Rauhgemäuer (outcr-casing, Shell ) sindhin und wieder kleine radiale Zwischenräume zwischen den Ziegeln ge-lassen, welche eine Ausdehnung gestatten. Im Kernschacht ( inner-lining )lässt man indessen keine solche Räume. Früher liess man stets zwischenbeiden Schächten einen ringförmigen Raum, welcher mit Sand oder an-deren feuerfesten und die Wärme schlecht leitenden Substanzen gefülltwurde. Neuerdings begnügt man sich mit der Trennungsspalte zwischenden beiden Mauerwerkskörpern und benutzt die darin befindliche Luft-schicht als schlechten Wärmeleiter.

1 ) Vergl. S. 6.