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Der Hochofenprocess.
stattfindet. Man mag dies mit Recht, sagt Percy, nur als eine Um -Schreibung des bekannten Factums ansehen. Es bedarf daher nun nochder Gründe, um diese Beschleunigung zu erklären.
1) Die kalte Luft, welche in den Ofen kommt und bei ihrer Verbin-dung mit dem Kohlenstoff plötzlich eine so hohe Temperatur annimmt,muss sich ungemein ausdehnen ') und hierzu wird eine bedeutende Mengesonst nutzbarer Hitze verbraucht, während bei heissem Winde die Tem-peraturdifferenz und daher auch die weitere Ausdehnung geringer ist.
2) Ferner bilden sich Nasen bei kaltem Winde, Röhren mit zahl-reichen Oeffnungen, welche sich zuweilen sogar im Ofen kreuzen s ).
Solche Nasen kann man als Winderhitzungsapparate innerhalb desOfens betrachten. Sie lassen es nicht zu, dass der Wind immer nur ineiner möglichst begrenzten Zone auf das glühende Brennmaterial wirke— was doch nöthig ist, um die Hitze möglichst zu concentriren und da-durch die Maximaltemperatur zu erreichen —, sondern vertheilen denWind auf einen grossen Raum unter verhältnissmässiger Temperaturernie-drigung in der Nähe der Formen. Bei heissem Winde finden sich dieseNasen nicht, der Sauerstoff kommt in directe Berührung mit dem glühen-den Brennmaterial und die Temperatur erhöht sich bedeutend.
3) Die bei kaltem Winde meist offenen Formen geben (siehe Seite177) zu Windverlusten Veranlassung, welche bei geschlossenen Formennicht Vorkommen. Windverlust ist natürlich gleichbedeutend mit Breun-materialverlust, sowohl in Bezug auf die geringere Verbrennung im Ofen,als auch auf den Mehrverbrauch an Kohle zur Erzeugung der Betriebs-kraft u. s. w.
4) In einem gegebenen Volumen enthält der kalte Wind ein grös-seres Gewicht Sauerstoff als der heisse; wenn man daher die Wirkunggleicher Volumina heissen und kalten Windes beim Einblasen vergleicht,so könnte man zwar erwarten, dass die durch den heissen Wind zugeführtegrössere Wärmemenge durch den grösseren Sauerstoffgehalt des kaltenWindes mehr als aufgewogen werden würde, was in Bezug auf die er-zeugte Wärmemenge (den absoluten Wärmeeffect) auch nicht zu leugnenist. Aber unter der Voraussetzung, dass heisser Sauerstoff sich schnellermit Kohlenstoff verbindet, als kalter, oder mit anderen Worten, dass dieVerbrennung schneller vor sich geht bei heissem, als bei kaltem Winde,
i) Luft, Stickstoff, Kohlensäure und Kohlenoxydgas dehnen sich zwischen0 und 100° unter constautem Drucke (nach Regnault) bekanntlich um etwa0,37 ihres Volumens aus. — 2 ) Mushet berichtet, dass zu Clydach-Hiitte in
Süd-Wales eine glasige Röhre von einem Ende der Form quer durch das Gestellan die entgegengesetzte Wand sich erstreckte und von da schräg aufwärts nachder Rückwand stieg, wo erst der Wind entwich. Man konnte tagelang keinLicht an den Formen erblicken und zuletzt wurde das solide Mauerwerk vomWinde durchbrochen und ein Flammenstrom trat nach aussen, der in kurzer Zeitdas Gebäude zerstört haben wurde. Nach allen möglichen Anstrengungen, dasUebel zu beseitigen, musste man den Betrieb einsteilen und den ganzen Inhaltdes Hochofens herauskratzen. Papers on Iron and Steel, p. 348.