Die Vorbereitung der Erze. 417
'kn Hochofenprocess stets darin, dass an Stelle der ursprünglichen oder'kr durch ein gutes Rösten erhöhten Porosität des Erzes eine mehr oderBinder grosse Undurchdringlichkeit desselben tritt, welche selbst danns clion nachtheilig wirkt, wenn nur eine oberflächliche Sinterung der Erz-stücke eingetreten ist. Ausserdem sind kieselsaure Eisenoxydulverbin-tiungen, welche sich bei einer solchen Schmelzung oft bilden, weit schwerer^educirbar, als die einfachen Oxydationsstufen des Eisens.
Die Frage, wie weit man in der Röstung eines Erzes mit Rücksichta of flen nachfolgenden Hochofenprocess zu gehen habe, wird wesentlicheine ökonomische sein. Im Allgemeinen erreicht man durch lange an-dauernde, massige Erhitzung eines Erzes dasselbe, wie durch eine kurzea W starke Erhitzung; bei jener ist zwar die Gefahr einer Schmelzunggeringer, aber auch der Brennmaterialverbrauch grösser, als bei dieser.Man wird sich daher so viel wie möglich für eine kräftige, kurz an-dauernde Röstung entscheiden und bei sehr schwefelhaltigen Erzen selbst6l ne Sinterung absichtlich zulassen, wenn nur bei möglichst geringemBrennmaterialaufwand eine gute Reinigung der Erze von Schwefel er-reicht wird. So röstet man in Schweden die schwefelkiesreichen Magnet-eisenerze bis zu angehender Schmelzung, um nur ein möglichst schwefel-freies Roheisen zu erhalten.
So leicht es ist, bei hinreichender Vorsicht und unbeschränktemBrennmaterial- und Zeitaufwand, namentlich aber unter Zuhülfenahmeder Auslaugeprocesse, die Erze soweit schwefelfrei zu machen, dass derletzte zurückbleibende Rest von Schwefel durch die geeigneten ZuschlägeHa Hochofen vollständig unschädlich für die Roheisenerzeugung gemachtWerden kann; so unmöglich ist es bis jetzt, den Phosphorgehalt der Erzeauch nur irgendwie durch den Röstprocess zu verringern. Obwohl dieLösung dieser Aufgabe den Erfinder unsterblichen Ruhmes sicher machen'"'iircle, so giebt doch der gegenwärtige Stand der Chemie noch keineHoffnung auf eine derartige Lösung.
Einfluss der Korngrösse des Erzes auf den Röstprocess. DasLösten der Eisenerze geschieht entweder in freien Haufen 'oder in Oefen.Im ersten Falle pflegt man die Erze in Stücken verschiedenartigster Grösse,'vie sie aus der Grube oder der Aufbereitungsanstalt kommen, der Röstungz u übergeben; im zweiten Falle unterwirft man sie häufig einer vorgän-gigen Zerkleinerung. Unterliegen die Erze nach ihrer Förderung einerHandscheidung, so macht es im Allgemeinen keine besonderen Kosten, sie aufStücke von bestimmter Grösse zu reduciren; bedürfen sie aber einer solchenScheidung nicht, so scheut man auch meist die Ausgaben für eine Zer-kleinerung. Man vernachlässigt hierbei indessen den Umstand, dass einegehörige Zerkleinerung und namentlich die Reduction der Stücke aufeine gleichmässige Grösse für den Röstprocess nur vortheilhaft seinkann; denn ein Erzstück von bedeutender Grösse wird erst durchgeröstetsein, wenn kleinere gleichzeitig mit ihm aufgegebene Stücke längst fertig
I’ercy, Metallurgie. II, Abthl. 2. 27