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die Berührungsgerade durch den Mittelpunkt der Scheibezu führen, oder die hehlen Grundbewegungen auf ein-ander genau senkrecht zu bringen . sondern es genügt,wenn diese Eigenschaften näherungsweise vorhanden sind.
Die Laufrolle ist am Rande cylinderförmig abgerun-det, und die an demselben herumlaufende Rerübrungs-linie soll genau in einer zur Umdrehungsachse senkrech-ten Ebene liegen. Damit diess der Fall sei , muss nichtnur die Rolle selbst richtig bearbeitet, sondern auch dieScheibe senkrecht zu ihrer Achse , ihre Ebene zur Be-wegung des Wagens parallel und möglichst frei von Un-ebenheiten des Papiers sein. Um jedoch den Einflusssolcher Unebenheiten, die in aller Strenge nie vermiedenwerden können, mehr unschädlich zu machen, soll derHalbmesser der Krümmung am Rande der Rolle '/* bis VaLinie nicht übersteigen. Durch häufigen Gebrauch wirdder Rand der Rolle sieh wahrscheinlich etwas abschleifen,wodurch ihr Halbmesser sich verkleinert und die Anga-ben des Instrumentes zu gross werden. Man kann die-sem Fehler, sobald er seiner Grösse nach nicht mehrvernachlässigt werden kann, durch einen etwas dickemDraht abhelfen, oder denselben mittelst einer Corrections-tabelle verbessern. —
Die Bewegung des Wagens drückt die Achse V gegendas eine oder gegen das andere ihrer beiden Lager, gleich-zeitig entsteht ein ähnlicher Druck auf die Achse derTrommel, nach der einen oder andern Seite. Soll hie-durch kein Fehler entstehen, so dürfen die Achsen kei-nen Spielraum in ihren Lagern haben. Dasselbe gilt vonden Rollen des Wagens und des Lineales, ln jedem die-ser Fälle kann der schädliche Einfluss als hinreichendweggeschafft angesehen werden, wenn durch das Gefühlmittelst der Hand kein Spielraum mehr bemerkt wird.Man kann dabei auf folgende Weise verjähren: Man öffnez. B. bei der Achse B die Schraube tc, bis man denSpielraum deutlich fühlt, schliesse sie wieder allmälig,bis kaum eine Spur des Spielraums mehr bemerkbar ist,und gebe noch eine ganz kleine Bewegung der Schraubehinzu. Indessen ist, besonders bei (Jen Achsen der Rolleund Scheibe, selbst ein sehr kleiner Spielraum der Er-fahrung gemäss ohne bedeutenden Einfluss, während einzu starkes Klemmen dieser beiden Achsen sogleich Stö-rungen in der Richtigkeit des Instrumentes erzeugenkann. Die Rollenachsen am Wagen können auf folgendeArt regulirt werden: Man hält den Wagen so, dass dieRolle ganz frei ist, setzt sie mit dem Finger in Umlaufund klemmt so weit, bis die Leichtigkeit der Bewegungeben anfängt gehemmt zu werden. Bei dem Lineale hatman nur den Spielraum in horizontaler Richtung zu be-achten, an verschiedenen Stellen der Länge nach zu prü-fen und durch die angebrachten Correktionsschrauben y yzu reguliren. Bei der Achse d geschieht dieses durchdie Scliraubenspitze z 0 an ihrem unteren Ende. DieSpitzen k, k können ohne Nachlhei! etwas stärker ge-klemmt sein- —
Der Fahrstift soll eine gerade Linie beschreiben,wenn das Lineal bei feststehendem Wagen hin und hergeführt wird. Desshaib muss nicht nur das Lineal gerade
sein und während der Bewegung sich selbst parallelbleiben, sondern es darf auch keine Drehung um seineLänge vor sich gehen, wodurch die tiefer liegende Spitzeverrückt werden würde; oder mit anderen Worten, auchder senkrechte Stift muss sich seihst parallel bleiben.Die Schienen , auf welchen der Wagen läuft, müssenebenfalls gehörig gerade und unter sich parallel sein; amwichtigsten ist diess hei der mittleren Schiene, weil sonstwährend der Bewegung zugleich eine Drehung des Wa-gens und des damit verbundenen Lineales entsteht. Einesichere Prüfung in dieser Beziehung erhält man, wennman ein kleines mit einem Fadenkreuze versehenes Fern-rohr mit dem Wagen parallel zu den Schienen verbindetund beobachtet, ob die Visur während der Bewegung desWagens an einem entfernten Objecte unverändert bleibt.Wenn die Bewegung der Visur in der Entfernung = D
die Grösse ubersteigt, während der Wagen seine
ganze Bahn zurücklegt, kann der Fehler als ganz un-merklich angesehen werden.
Der Draht ist immer auf jener Seite mehr gespannt,nach welcher das Liueal sich bewegt, wodurch beimWechsel der Bewegung ein kleiner lodter Gang in derUmdrehung der Scheibe entsteht, indessen ist diesernach Stampfer’s Erfahrung unmerklich , wo es nicht aufdie höchste Schärfe ankormnt, wenn der Draht gehöriggespannt und nicht zu dünn ist , ausser es wäre dieAchse d zu stark geklemmt. Die Dicke der Drahtes soll1
nicht wohl unter Zoll betragen.
Die von Stampfer angeführten Versuche, welche be-sonders geeignet sind , die Genauigkeit des Apparates zuprüfen und seine Fehler zu entdecken, werden wir spä-ter anzuführen Gelegenheit haben.
4) Der Planimeter von II o fr a t h Hansen inGotha .
Der bedeutende Mathematiker und Astronom Hansenin Gotha traf im Bau des WetU’scben Planimeters An-fangs der äOger Jahre einige Abänderungen, welche dar-auf hinzielen die Fehlerquellen zu vermindern, doch har-monirt das neue Instrument seinem Wesen nach gänzlichmit der Wetli’schen Erfindung.
Eine gründliche Arbeit über den Hansen sehen Pla-nimeter verdanken wir Bauernfeind. *)
Beschreibung des Instrumentes.
Unsere Abbildung (Fig. 9) ist mit wenigen unwesent-lichen Abänderungen der Bauernfeind’schen Abhandlungentnommen. Auf dem durch die drei Fussschrauben Fhorizontal stellbaren messingenen Rahmen A, welcherdas Gestelle B fest verbunden mit sich trägt, läuft in derNuth N mit den Rollen R‘, R“ und ohne Nuth mit der