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Die mechanische Planimetrie, ihre geschichtliche, theoretische und praktische Bedeutung / von Ernst Fischer
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grosse die Einer und Zehner, der andere die Hunderte,der dritte die Tausende, der vierte die Zehntausende an-zeigt. Liest man von den Zifferblättern ab die Zahlen6 am Zifferblatt der Zehntausende,

8 » » » Tausende,

4 » » » Hunderte und

33 » » » Zehner und Einer,

so enthält die gemessene Fläche 68433 Quadratruthen.Die Bruchtheile einer Quadratruthe werden, so weit sienicht in der Theilung ausgedruckt sind, abgeschätzt,Zehntel schätzen sich leicht ab, da jeder Ruthentheil inder Theilung halbirt wird.

Alle Zeiger drehen sich beim Gang des Instrumentesnach ein und derselben Richtung, also alle entweder vor-wärts oder alle rückwärts. Jeder der Zeiger besteht auszwei federnden Hälften, und hat in der Mitte eine Oeffnung,die auf den Zapfen der Zeigerwelle passt. Wenn man dieZeiger auf die Wellenzapfen steckt, so klemmen sie sichzwar fest, bleiben jedoch drehbar, was nöthig ist, wennman sie beim Beginn der Messung auf Null stellen will.

Das Planglas IF (Fig. 1, Taf. 15) mit seinem kleinenin die untere Ebene des Glases eingeschliffenen Punkte, dervon einem ebenfalls eingeschliffenen Ringchen umgebenist, ersetzt den Fahrstift, wie schon beim HansenschenInstrumente angegeben. Punkt und Ringchen sind ge-schwärzt. Das Planglas W liegt in einem Rahmen F,welcher mit Griffen versehen ist. Unter dem Rahmen istdünnes Papier geleimt, so dass der Führpunkt nur umdie Dicke dieses Papieres über der Zeichnung liegt. DerRahmen F dreht sich zwischen 2 Spitzen 66 (Fig. 1, Taf. 15)in einem Bügel I/, der sich um einen Zapfen Z drehenkann. Das Lagerstück To des Bügelzapfens ist abermalszwischen zwei Spitzen xx drehbar und der Halter Sodieser zwei Spitzen xx ist an den Schieber E ange-schraubt. Das Stück So kann seitlich, das Stück M aberum sein Centrum gedreht werden. Es kann das StückSo auch höher und tiefer gestellt werden. Alle dieseTheile des Führapparates werden so regulirt, dass keinWanken oder Schlottern statt hat. Durch die Einrichtung,dass sich der Rahmen mit Planglas zwischen den Spitzen6 6, x x und um den Zapfen Z drehen kann, ist Gelegen-heit gegeben, dass der Rahmen mit Planglas Unebenheitenin der Zeichnungsebene nachgeben kann und Hindernissein der Führung nicht eintreten.

Auf dem Rahmen des Planglases steht senkrecht indie Höhe eine lange Schraube y mit zwei Muttern. Aufdiese Schraube wird eine Loupe JT gesteckt und mittelst derMuttern in der dem Focus zugehörigen Entfernung vomPlanglase, festgeklemmt. Die Loupe ist so gross, dass mangleichzeitig mit beiden Augen hindurch sehen kann. Da-durch werden die Augen mehr geschont, als wenn mannur ein Auge braucht. Regulirt man das Instrument nachder Normalfigur*), so kann man auch eine kleine sehr

*) Die Normalfigur dient zu Probemessungen, ihre Grösse ist mit-telst Zirkel und genauem Massstab sorgfältig festgestellt. Man gibtder Nomalfigur die Form eines Quadrates von wenigstens 1600 Oo imzweitausendtheiligen Massstabe; man reisst sie auf feines, steifes,trockenes Papier, besser auf Metall auf.

scharfe Loupe brauchen, wozu dann ein kleinerer Trägerdient.

Auf die lange Schraube y wird auch der halbkreisför-mige Bügel k 2 (Fig. D, Taf. 15) aufgesteckt und ebensowie die Loupe, mittelst zweier Schraubenmuttern zwischenLoupe und Planglas festgeschraubt. Die Stellung des Bü-gels ist so, dass die Oeffnung des Halbkreises dem Führerdes Instrumentes zugewendet ist. An den beiden Endendes Halbkreises befinden sich die Klemmfedern a, a. Zwi-schen den Federn und Enden des Bügels ist ein schwar-zes Pferdehaar 6 eingeklemmt und straff angezogen. DasHaar wird als Richtschnur gebraucht, um mit Zeiterspar-niss gewisse Linien der zu umfahrenden Figuren in dieNulllinie *) zu legen.

Der Schieber E wird vermöge der Druckrollen tc, te,,w 2 , von denen die beiden ersteren in Fig. 3, die letzterein Figur 1 und 10, Taf. 15, zu ersehen sind, auf die RäderB, B i, 2J 2 angedrückt. Mittelst der Schrauben e (Fig. 3)und ei (Fig, 10) sowie der Federn e, e% lassen sich dieDruckrollen mehr oder weniger je nach Bedürfniss an-drücken. Die Schrauben o (Fig. 3) und o, (Fig. 1 und 10)halten die Träger der Federn an den Ständern Fo, F 0 fest.Auf die Druckrolle w drückt ein Gewicht T, das in Fig. 11,Taf. 15 besonders gezeichnet, in Fig. 3 aber von seinemArme abgebrochen gedacht ist. Dieses Gewicht T erhältauch die Maschine im Gleichgewicht, und seine horizon-tale Lage wird mittelst der Schraube r (Fig. 3) regulirt.Um die Vor- und Rückverschiebung des Schiebers E nachVerhältniss des Durchmessers der Scheibe zu begrenzen,sind die Pufferschrauben £ /T (Fig. 8, Taf. 14) vorhanden,welche am Ende der Bewegung an die Säule Q anstossen.

Das Instrument ist aus feinem bronzirten Gusseisenverfertigt, weil dieses sich weniger biegt und leichter ist,als Messing und weil zu grosse Schwere und Elastizitätdes Instrumentes zu vermeiden sind.

Durch verschiedene Hilfsapparate zur Hauptmaschinewerden grössere Präcision und Zeitersparniss gesvonnen.Von diesen Hilfsapparaten erwähnen wir einige der wich-tigsten :

1) Einige Wellen w mit Rädchen i? von verschiedenerGrösse, die für verschiedene Massstäbe, z. B. den

W » 4^ö ,heiligen MaSSSlab berechnet sind *

2) ein Parallelmass um den Parallelismus der Schienenzu prüfen und den Parallelismus der Scheibe S undder Welle w hersteilen zu können; dasselbe besiehtaus einem glatten stählernen Stabe, welcher aufeinem metallenen Fusse steht, auf dem Stabe lässtsich eine federnde Hülse, woran sich in einemCharniere ein als Zeiger dienender zugespitzterwagrechter Arm befindet, auf und nieder schieben;

3) ein Haken zum Aufziehen des Drathes;

4) ein Sehtrichter, dessen Okularöffnung 1"' Durch-messer hat und 5" über der zu umfahrenden Nor-

*) Unter der Nulllinie versteht Herr Trunk jene Gerade, welcheder Falirstift parallel zu dem aufgespannten Drathe beschreibt, sobalddas Rädchen im Mittelpunkt der Scheibe, im Nullpunkte, steht undman den Führer bewegt, ohne den Schieber E nach seiner Längen-richtung zu verrücken.