548
Flecke.
der Hartnäckigkeit, so daß sie von mehreren Arten Weins kaum wieder her«auszubringen sind. Man behauptet, daß die Rothweinflecke zur Zeit derWeinblüthe sich am leichtesten beseitigen lassen. Am sichersten und ohneNachtheil für das Zeug weichen sie der Behandlung auf dem Bleichplane.Manche Rothweinflecke werden durch heiße oder laue Milch weggebracht,wenn man das Zeug damit wäscht oder ein paar Lage darin liegen läßt;auch Waschen der Flecke mit Urin ist oft sehr wirksam; desgleichen Schwe-feln. So empfiehlt man auch ganz besonders, das Zeug, nachdem man denFleck mit einem Talglichte eingerieben hat, in die gewöhnliche Wäsche zugeben. Auswaschen mit starkem Branntwein oder Spiritus ist ebenfalls nützlich,zumal wenn es auf frischer That geschieht. Am aller wirksamsten jedoch istdie Anwendung von Chlorkalkauflösung oder Javellischer Lauge, die bei ge-höriger Vorsicht auch keine Gefahr für die farbenlosen Zeuge hat. Wein-flecke auf farbigen Zeugen, wo die Farbe durch die Säure des Weines ge-litten hat, werden am besten bei vorsichtiger Anwendung durch Salmiak-geist getilgt. -— r) Rußfleckcn entfernt man durch Wasser und Seife;sind sie aber harzartig, so muß man noch Terpentinöl, und bleibt nachhernoch ein Eisenfleck, Sauerkleesäure zu Hülfe nehmen. — s) Flecken vonsauren Flüssigkeiten. Saure Flüssigkeiten verändern mehrere der nichthaltbaren Farben; am wenigsten Einfluß äußern sie auf Farben, welche mitIndiz, Krapp oder Berlinerblau erhalten sind. Zu den von Säuren be-wirkten Flecken gehören auch die von Wein und Punsch. Man vertilgt siesämmtlich durch Anwendung von Alkalien. — t) Staubflecken, welchegewöhnlich auf Tuch dadurch entstehen, daß eine fettige oder harzige Sub-stanz auf das Tuch gekommen ist, in welche sich Staub festgesetzt hat.Solche Flecke reibt man mit Eidotter, das mit etwas Branntwein vermischt ist,aus. — u) Stockflecke zu vertilgen, löst man ^ Loth Salmiak nebst2 Händen voll Kochsalz durch Kochen in Wasser auf, benetzt die auf Gras-boden ausgebreitete Wasche mit diesem Wasser und läßt sie an der Sonnewieder trocknen. Nach einigen Wiederholungen sind die Stockflecke verschwun-den. — v) Talgflecke. Wenn der Talg nicht sehr heiß auf das Zeuggekommen und daher nicht eingedrungen ist, so läßt er sich durch aufgeleg-tes Löschpapier Wegsaugen, wenn man über das letztere mit einem heißenEisen oder Löffel voll glühender Kohlen fährt. Eingedrungene Talgflecke aberbehandelt man wie Butter- und Fettflecke. Ebenso behandelt man dieWachsflecke. — v) Thcerslecke behandelt man am besten nach zuvori-gem Einreihen mit Butter oder Del, mit Seife, oder, wenn diese nicht wir-sam genug ist, mit Bolus oder ähnlichen Mitteln. Gleich anfangs könnensie auch wie Harzflecke behandelt werden. — x) Tintenflecke schafft mansowohl aus Papier, als ungefärbten Zeugen, Holz u. s. w. am schnellstenund sichersten mit Ehlorkalkauflösung oder Javellischer Lauge weg. Außerdemdient zur Beseitigung derselben aus Dielen und Holz überhaupt am bestenverdünnte Schwefelsäure; auf Zeugen Citronensaft oder ebenfalls verdünnteSchwefelsäure. Selbst Dielen müssen nach Anwendung der Schwefelsäurenoch gut mit Wasser nachgewaschen werden, widrigenfalls die Stelleleicht bräunlich wird. Auf Seidenzeugen empfiehlt man den Tinten-fleck mit starkem Weingeist und heißer Asche tüchtig zu reiben und dannmit Seifenwasser auszuwaschen. — Wagenschmier flecke werden wieButter- und Fettflecke behandelt, und wenn noch ein Rostfleck zurückbleibt,wird dieses, wie oben angegeben, weggebracht. — r) Wasser- und Re-