Forelle.
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Heftfaden der Hautwunde und drückt von nun an das Fontanell täglich 2mal rein aus und wäscht die äußern Theile gehörig, anfangs mit lauem,später mit kaltem Wasser ad. Nach 2 bis 6 Tagen wird der fremde Kör-per an dem Bindfaden herausgezogen ; doch muß dies bei der Nieswurz schonnach 48 Stunden geschehen. Zeigt sich eine schlechte Eiterung, so wird dasFontanell mit gelind reizenden Mitteln (z. B. Digestivsalbe mit rothemPiacipitat) verbunden, und außerdem noch, wenn dasselbe an einer abschüs-sigen Stelle ist, eine Gegcnöffnung gemacht, und somit das Fontanell inein Haacseil verwandelt. Nach 8 bis 10 Tagen läßt man das Fontanellwieder zuheilen, was dann gewöhnlich sehr bald von selbst erfolgt. Die un-tere Bauchflache, die Vorderbrust, Kinnbacke und Hinterbacke sind die gewöhn-lichen und geeignetsten Stellen für Fontanelle. Beim Setzen des Fontanellsmüssen die Thierö zwar gehörig befestigt, doch nicht geworfen werden. Umdie Thiere vom Beißen und Scheuern am Fontanelle abzuhalten, wird das-selbe mit einem gehörig befestigten Stück Leinwand bedeckt, und die Thiere! so gestellt und gebunden, daß sie sich weder mit dem Fontanell an einemi Gegenstand reiben, noch dasselbe mit dem Maule und den Zähnen erreichen! können. Uebrigegs haben die Fontanelle immer den Nachtheil, daß sie, wenn! sie nicht recht fleißig ausgedrückt und gereinigt werden, sehr leicht bösartige! Geschwüre und häßliche Narben zurücklassen.
Forelle (8almo kiria), ein Raubfisch, ist in allen Gegenden der Erd»in kalten, schattigen Kieselbächcn in bergigen Waldgegenden, wo sie sich gerni auch unter Steine verbirgt, zu finden; daher nennt man diese auch die! Waidforelle, Bachforelle, Schwarzfohre; sie kommt jedoch auch in Seeni oder besondern Teichen vor, wo sie See - oder Teichforelle heißt. Die Fischer, unterscheiden auch noch zwischen den großen Forellen, welche ihrer Nahrungaufdem Grunde des Wassers nachgehen (Grundforellen), und den oben nach Nah-, rung schnappenden (Schwebforellen). Indeß sind alle diese eine und dieselbe Art;i wogegen die Goldfvrelie (8p:>rus »urala, über 1 F. lang, silberglänzend! mit blauem Rücken und einem Goldfleck hinter den Augen), und die Lachs-forelle, auch zuweilen Seeforelle genannt (8»I»io lacusli-is, bis 2 F.i lang, braun mit dunkelbraunen Flecken, am Bauche weiß, mit rothem, schmack-> haftem Fleische, hält sich wechselweise im Meere und in Flüssen auf undlaicht erst im November und December), von der gemeinen Forelle zu unter-l scheiden sind. Die gemeine Forelle wird über I F. lang, ist gelblichgrün,
^ mit rothen, geäugelten Flecken; oben dunkler, unten weiß. Da die Forelleein Raubfisch ist, so erlangt sie bisweilen ein Gewicht von Z bis 4 Pfun-den. Sie schwimmt außerordentlich schnell, kann ebenso wie der Lachs auSdem Wasser emporspringen, laicht im Herbste, und nährt sich von kleinen8>schm, Jnsecten und Würmern. Sie vermehrt sich ansehnlich. — IhrFang geschieht mit der Angel, in Reusen, mit dem Hamen, in Netzen,mittelst des Forellensprunges oder des Nachtseiles. Als sicherster Lockköder,um die Forellen namentlich in den kleinen Gebirgsseen, wo sie sich häufigauszuhalten pflegen, an einen bestimmten Ort zu locken, wird gekochter Ha-sir, noch ganz heiß in das Wasser geworfen, empfohlen. Sie in Reusenzu locken, soll folgender Köder dienen. Bibergeil und Eampher zusammen-gestoßen, in einem Tiegel erwärmt, sodann, wenn der Eampher zerflossenist, Leinöl zugerührt, noch einmal aufwallen gelassen, Werg oder Flachsdarin geröstet, und dieser in den Beutel der Reusen gethan, diese selbst aberin die tiefsten Tümpfel gelegt. Man legt aber auch wohl bloß alte Stücke