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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Forelle.

Leinwand, in Lein- oder Hanföl getaucht, in die Reusen. Als Köder an-Angeln dient Fleisch aus ungesottenen Scheren und Schwänzen der Krebse,oder Blutegel, oder Regenwürmer, die eine Nacht in Rinderblut gelegenoder die in zerriebenem Quendel umgewandt worden sind, ferner Wüimee,die man in dem alten verfaulten Holze an Forellenwässern findet. We mAngeln, wobei der Apparat gehörig stark sein und sich im guten Zustandebefinden muß, hat man große Vorsicht nöthig, da die Forelle listig undschlau ist. Am sichersten angelt man früh oder spät Abends und besondeisgut geräth der Fang an schwülen Morgen, bei trübem Wasser, auch wäh-rend eines warmen Regens. Doch sind die Fische auch um Mittagszeitsicherer zu angeln, wo sie sich in der Mitte des Wassers halten. Ist dieAngel mit Jnsecten beködert, so muß man dieselbe an der Oberfläche desWassers schwimmen lassen; hat man dagegen einen Fisch daran, so lasteman denselben nur einige Zoll vom Grunde hangen. Da die Forelle geschwindanbeißt und ebenso schnell den Köder verschlingt, so darf man die Angelschnell in die Höhe und ans Ufer ziehen. Man empfiehlt auch, an Forel-lenangeln einen Pfauenfederspiegel oder ein rothes Tuch zu binden. Willman die Forellen mit dem Hamen fangen, so muß derselbe, sobald sie dar-in sind, sogleich in die Höhe gezogen werden, weil sie sonst leicht wiederherausspringen. Ein Forellensprung besteht aus einem liegenden Rechen, wel-cher da angebracht wird, wo sich die Forellen aufzuhalten pflegen. DerRechen muß sehr eng sein, vom Grunde des Wassers bis 4, auch 5 F.über dem Wasser emporragen und letzterem entgegen eine Neigung von 30 bis40Graden haben. Da nun die Forellen, besonders an heißen Tagen, hoch und weilaus dem Wasser und diesem entgegen springen, so fangen sie sich, wenn die-ses in der Nahe einer solchen Vorrichtung geschieht, selbst, indem sie aufden Rechen fallen und sich wegen seiner schrägen Lage hinabwälzem Sollten sieaber auch über den Rechen himregspringen, so verwehrt ihnen doch derselbe ,

den Rückgang. Die Forellen werden nur selten in Teichen gehalten, da j

sie eigensinnig das rechte Wasser verlangen. Man muß zu einem Forellen-teiche ein klares, kaltes, stets 8 bis 10 F. tiefes Wasser, welches Sand oder ^

Kies als Grund hat, und von einer nahen Quelle immer frischen Zufluß ^

erhält, wählen. Die Ufer müssen hoch sein, damit die Forellen nicht ausdem Teiche springen können, und beschattet, damit das Wasser kühl bleibt.Auch musst« sich auf dem Grunde Baumwurzeln, oder große Steine befin-den, auf und unter welche die Forellen ihren Laich absetzen können. Einkleiner derartiger Teich, in welchen das Wasser gleich von einem Forcllen-bache gelassen werden kann, eignet sich am besten zu einem Forellentciche.

Zur Nahrung bringt man in die Teiche Gründlinge, Schmerlen, Ellritzenund dergleichen kleine Fische, außerdem zerhackte Leber, Eingeweide von Thie-ren, trocknes Backwerk, ausgequellte oder zu Muß gekochte und mit Och-senblut vermengte Gerste, welche man trocknen läßt und in kleine Stückezerschneidet. Im Winter muß man öfters das Eis durchbrechen und vor-nehmlich darauf Acht haben, daß die Quelle, von welcher der Teich dasWasser erhält, nicht zufriere. Die Forellen sterben im Sommer, wennsie aufs Land und nicht gleich in frisches Brunnen- oder Quellwasser ge-bracht werden, sehr bald. Eben gefangen, bringt man sie nicht gleich inein Behältniß allein, sondern lieber unter andere Forellen, welche schon andie Gefangenschaft gewöhnt sind. Ein Halter muß, um dazu passend zusein, einen sandigen Boden und Zufluß von Quellwasser haben. Man kann