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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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F-orclleuschimrnel Forst.

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sie wie die Hechte mit andern kleinen Fischen, oder den, bei den Forellcntei-chen angegebenen Nahrungsmitteln erhalten. Der Transport der Forellenist mißlich, indem sie sehr zärtlich und weichlich sind, und es sollen dieselben6 und mehrere Stunden weit noch am besten aus folgende Weise le-bendig transportirt werden können: Wenige transportirt man in einer Fisch-butte, mehrere in einer Wanne auf einem Schubkarren. Sobald man daseine oder das andere Gefäß dazu mit klarem Wasser gefüllt, empfiehlt manzuerst einige alte Silbermünzen (?) und dann die Forellen hineinzuthun;unterwegs unter immerwährendem Schütteln oder Schwenken bedient mansich eines bei sich führenden Durchschlags zum Abfrischen an einer Quelleoder fließendem Wasser. Die Forellen sind am fettesten und schmackhaf-testen im'Juni, werden dagegen im Winter fast unschmackhaft. Die Bach-forellen schmecken besser als die Teichforellen, die kleinen, von etwaig Span-nen Länge, besser als die großen, die schwarzgesprenkclten besser als die rothenund gelben. Uebrigens ist die Forelle leicht verdaulich und wird unter allen Süß-wasserfischen für den gesündesten gehalten, weshalb ihr Genuß selbst Kranken häu-fig gestattet ist. Man muß sie aber möglichst bald nach dem Herausnehmenaus dem Wasser essen, da sie todt in einigen Stunden ihre Lieblichkeit verliert.

Forellenschimmel , sind Pferde mit weißem Haar, welches ab.rmit kleinen, länglichen, röthlichen, braunen, oder auch schwarzen Fleckenziemlich regelmäßig, besonders häufig aber am Kopfe und Halse besetzt ist.Forleule, s. Eulchen.

Forke, ist in Niedersachsen eine eiserne Getreidegabel zum Zu- oderAuslangen des Getreides beim Aufladen.

Forkeln, nennt man es, wenn der Hirsch einen Jäger, Hund, Pferdoder einen andern Hirsch mit dem Gehörn spießt. Angeschossene, gehetzte undsehr geängstigte Hirsche sind sehr geneigt dazu, dieses zu thun, und selbst dengezähmten und in kleinen Thiergärten eingeschlossenen Hirschen ist zur Brunst-zeit nicht zu trauen; am wenigsten aber denjenigen, die außer der Brunst-zeit ziemlich fromm sind.

Fornal, in Obecschlesien und Posen ein Knecht, der 4 Pferde un-ter sich hat, und damit zuweilen auch die Herrschaft als Kutscher fährt. Da-her heißen dort dergleichen Ackerpferde Fornalpferde.

Forst, ist eine Waldfläche von 10- bis 20,000 und mehr Morgen,zu deren Verwaltung ein Oberförster angestellt ist. Mehrere Forste bildeneine Forstinspection, und mehrere Jnspectionen einen Oberforst.In einigen Ländern werden die Forste, auch Forstreviere, Forstberitte,u. s. w. genannt. Sonst wird das Wort Forst im gemeinen Sprachge-drauche auch mit Wald, Waldung, Gehölz, (Heide) als gleichbe-deutend angenommen, und darunter überhaupt ein Grundstück mit Holzar-ten bewachsen verstanden, welches entweder Nutz- oder Brennholz oder bei-des zugleich liefert. Eigentlich sollte jedoch nur der landesherrliche Wald ein8orst genannt werden, da das Wurzelwort in Urkunden nur von

den große» Waldstrichen gebraucht wird, auf die weder Gemeinden nochPrivatpersonen Eigenlhumsrechte zustanden, die also die Landesherrn für herren-los erklärten, als Bannforsten mit dem Fürstenfcieden belegten, und alsihnen gehörig einzogen. Ein allgemeines Forstregale hat es nie gegeben; einsolches konnte nur in den Landen stattfinden, wo der Staat die Benutz-ung aller Waldbäume hat, der Privatmann aber erst das Recht, sie zu be-nutzen, erwerben muß. In den meisten deutschen Staaten besitzt der Pri-