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3 (1839) Dritter Band. Eag-Fut / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Forst.

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bestraft, wobei jedoch dem Waldeigenthümer freigestellt ist, zu verlangen, daßder Verbrecher statt der erkannten Gefangnißstrafe Arbeit in den Forsten,wo das Verbrechen begangen worden, verrichte, welche jedoch nur in Anfer-tigung von Grabcn, Instandsetzung der Weide, Aufharken und Wundmachender Blößen, Sammeln von Sämereien, Abhauen und Zusammentragen desverkrüppelten Holzes, und im Wenden der Kienapfel bestehen dürfen. 2)Schutz gegen Beschädigungen durch Weidevieh (vergl. Scho-nungen). Diese Beschädigungen erfolgen durch das Abfressen der Zweige

i und das Abtreten der Erde von den Wurzeln. Die letzte Beschädigung

wird namentlich in den Elsbrüchen nachkheilig, wo man besonders auf Wur-zelaufschlag rechnet. Gegen das Abfressen kann man die Brüche schützen,I wenn man die gehörige Schonzeit beobachtet, aber gegen das Abtreten der

^ Erde von den Wurzeln, wodurch diese entblößt werden, verstecken und die

^ Stubben (Stöcke) ausgehen, ist dieses nicht möglich, und wirklich nirgendsist die Aufhebung der Weide mehr zu wünschen, als unter diesen Umstän-den. Weilte man den halben Bruch roden, zu Wiesen umschaffen, und mit demErtrage das Vieh füttern, so würde die andere Hälfte, gänzlich geschont, ebensoviel Holz, als zuvor die ganze Fläche liefern. Unter dem Rindvieh sind dieZiegen dem Holzwuchs am nachtheiligsten, weshalb auch, diese in den Waldzu bringen, meistens verboten ist. Auf diese folgen die Pferde, welche beiihrer Größe und Schärfe der Zähne noch hohe und starke Pflanzen abbeißen.Schafe sind nur den kleinern Pflanzen nachthei ig, aber richten bei diesenmehr Schaden an, als das Rindvieh. Schweine schaden bloß durch das, Umwühlen des Bodens den ganz jungen Pflanzen, sind aber, da sie denMausesraß stören und die Raupen und Puppen der Jnsecten aufsuchen, so^ wie den Boden zur Aufnahme des Samens wund machen, sonst mehr nütz-lich als schädlich. Rindvieh muß nicht gleich hinter den Schafen ausgetrie-bcn werden, weil jene nicht gern fressen, wo diese gepfercht haben und daherzu dem Holze ihre Zuflucht nehmen müssin. Die Weide im Walde mußnie übersetzt sein; sobald das Vieh Nahrung am Grase findet, wird es dieBäume verschonen. Wenn es aber der Hunger treibt, so bricht das Rind-vieh sogar starke, oft schon 20 Fuß lange Stangen um. Auch ist die Jah-reszeit und Witterung zu beachten. Das Nadelholz wird nur beim jungenMaitriebe vom Vieh angegriffen; sobald jener verholzt ist, wird er seltenMehr verbissen; nur die Schafe reißen b-i großem Hunger noch die Kiefern-nadeln ab. Ebenso ist das Rindvieh dem Laubholze nur im Frühjahre undSommer und im letzter» besonders dann gefährlich, wenn die Blätter vonThau und Regen angefeuchtet sind. Eichen, Espen, Haseln, Ulmen liebtdas Vieh sehr, Erlen, Birken und Fichten wird eS selten beschädigen; wenndaher erstere unter den letzter» stehen, so wird sie das Vieh selten auf-kommen lassen. Hieraus ergeben sich die Vorsichtsmaßregeln von selbst,li) Gegen Beschädigung beim Harzscharren und Waldstreu-sammeln (s. diese Artikel). 4) Gegen Beschädigung beim Laub-streifen und andere vorfallenden, unerlaubten oder beschränk-ten Benutzungen der Walderzeugnisse. Das Streifen des Laubes zurFütterung für Schafe und Ziegen, ist höchst nachtheilig, wenn es vor derMitte Septembers geschieht, indem hierbei auch die Knospen, aus welchenfür das nächste Jahr Blätter und Zweige entsprießen sollen, zerstört werden.Da es aber für die armen Leute ein Nothbehelf für die Fütterung ist, sothut man besser, wenn man ihnen im Niederwalde den zum Abtriebe be