wäre, erkannt und verachtend weit von sich geworfen haben —den Stolz mit allen seinen Kronen und Zeptern, den Neid,den Menschenhaß und die Rachsucht. — Die Schmeicheleiender Wollust glitten von ihm ab, wie Fliegen von einerpolirten Stahlfläche. Ohne Gehör für die Stimme derSirenen, ohne Augen für ihre Reize, ohne Gefühl für denDruck ihrer Hände, beantwortete es ihre zugeworfenen Küssemit Ekel- Zu reich für das Almosen verrufener Münze, zngroß für gemeine Freuden, schwamm es in reinem Schwanen-gefieder weit von der schlammigen Erde, leicht, vertrauend,und froh, dem Throne des Unerforschlichen zu. Seine Em-pfindungen waren Gebete, und der Drang seiner Wünschewar, sich mitzutheilen und wohlzuthun.
O du holder Vertrauter meines heutigen Entzückensschöner, schlanker, süßträumender Genius, den der Zufall miteiner irdischen Hülle bekleidet hat, die seiner nicht werth ist,könntest du erscheinen, wie ich dich ahne, und einst die Un-sterblichkeit dich ausmalen und ausstellen wird; der Tyrannwürde abstehen sein Schwert, die Verleumdung den Dolchihrer Zunge gegen dich zu wetzen — der Geiz würde dir seineSchätze anbieten, und der Fürstenstolz selbst vor deiner Hoheitsich bücken. Möge nie ein stinkender Nebel aus den Sümpfender Welt mir die Würde deiner Schönheit verstecken, nie einunreiner Hauch deine himmlische Klarheit verdunkeln, und jedePerle, die du in dem Oceane der verflossenen Stunde geschöpfthast, sich in dem Hauptschmucke deiner Ewigkeit wiederfinden!