Band 
[Fünfter und sechster Band.]
Seite
23
JPEG-Download
 

23

wenn sie unter dem Schatten seiner glänzenden Blätter ihrenSpielplatz suchten. Aber du, ehrlicher Schweizer, hattestihn in der Unbefangenheit eines Naturforschers, in der Her-zenseinfalt gepflanzt, mit welcher der gutmüthige TräumerLafontaine feine schlüpfrigen Erzählungen, und — wie weitkönnen uns nicht unsre zufälligen Gedanken verschlagen! —und ich noch im vergangenen Monate mein Tagebuch schrieb.Gott sey Dank, daß die gefährlichen Auswüchse desselben inder Asche liegen! Doch, ich muß mich von dir losreißen, liebeScheibe, damit ich nicht die Zeit verschwatze, die mir zumAustrocknen einer bessern Lebenspflanze in meinem heutigenTage für das Herbarium vivum meines Eduards nöthig ist —und damit du mich auch nicht zu einer so moralischen Be-trachtung verleitest, als die von Swift über einen Besen-stiel." — Ich rüste jetzt nur noch den Wirth herein, undfragte ihn, ob er sich wohl des Mannes erinnere, derjenen Tag dieses Zimmer bewohnt habe. — „Warten Sieeinen Augenblick," ich darf nur mein Kontobuch nachschla-gen. — Hier habe ich das Blatt. Ach, mein Herr! von die-sem flüchtigen Passagier läßt sich nicht viel sagen. Es istnicht der Mühe werth, was er in den paar Stunden ver-zehrt hat, die er hier war. Ich habe von seinem Gekritzelauf meiner Glastafel nichts gemerkt, sonst hätte ich sie ihmgewiß angerechnet: denn Sie müssen wissen, daß ich allen denschreibsüchtigen Herren, die, um ihren Namen glänzen zusehen, meine Scheiben verdunkeln, eine vcrhältnißmäßige