Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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Überflüssigen so sichtbar war, als hier. Ein schwankendesBret brachte mich zuerst in eine Kajüte, wo ein alter Ka-puziner, zwischen einem Kruzifix und einer Arzneischachtel,die Rolle eines geistlichen und leiblichen Arztes zugleich spielte,und in seinen Bewegungen, ohne angekettet zu seyn, keinengrößern Airkel beschreiben konnte, als den ich jetzt durch meineDazwischenkunft ausfüllte. Seine feurigen Augen, die ausdem blaffen verfallenen Gesichte vvrschimmerten, wie glimmendeKohlen in einem Aschenhanfen, sein langer, vor Alter ge-bleichter Bart, der ihm bis auf den Gürtel in krausen WellenHerabfloß, und die trübe gefällige Miene, mit der er mirseinen hölzernen Sessel einräumte, machten schon einenstarken Eindruck auf mein Gefühl, als ich aber von ihmvernahm, daß er, jung hierher versetzt, auf diesem Ver-einigungspunkte der größten physischen und moralischen Her-abwürdigung des Menschen grau geworden sey — als ereinen Blick voll hoher Ergebung gen Himmel schlug, undmit rührender Stimme bekannte, daß bloß der Gedanke anGott und die Unsterblichkeit ihn so lange aufrecht erhaltenhabe; da beugte sich mein Geist mit so tiefer Ehrerbietung,als mir schwerlich je ein König durch den Hollenglanz seinerZeughäuser abnöthigeu wird, freiwillig vor diesem edeldenken-den, duldenden Greise. Ich wußte meiner Milzsucht, die mirdoch allein das wehmüthige Vergnügen seiner Bekanntschaftverschafft hatte, nicht freundlich genug dafür zu danken. Vonkeiner Kanzel, keinem Katheder ist mir die wundervollste