Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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und su einem schuldlosen Leben!" — Mir ward, indem ichkrank, so bänglich zu Muthe, als Einem, der, durch dasheilige Nachtmahl vorbereitet, ein tödtliches Wagstück zubestehen im Begriff ist. Was für ein Gang war das, Eduard!Ich mag noch so alt werden, ich vergesse ihn nie.

Sobald nur der hohle Schall meiner ersten Tritte auf dasZwischenverdeck des Schiffs den unglücklichen Bewohnerndesselben die Ankunft eines freien Mitmenschen verrieth,bewillkommtc mich ihr betäubendes Kettengeraffel, das sichvon einem Ende zum andern um die offene Seitenvertiefungherumzog, die unter mir ihre faulenden Körper bis an dieKopfe verbarg — und in dem Augenblicke streckten sie solche,wie Schildkröten aus ihren Schalen, hervor. Ich blieb, vorSchrecken gelähmt, eine Weile, wie die Bildsäule des An-tonius, der den Fröschen predigt, auf dem Fußboden stehen,ehe ich Herz genug fassen konnte, zwischen den bkiden Reihen

dieser Gespenster durchzuschlüpfen.-Ach! welche tief-

gesnnkene Menschen! Bei jedem Schritte, der mich bei ihnenvorüberführte, küßten sie mir die Füße, erhoben sie, flehendum ein Almosen, ihre gefesselten Hände, und sahen mit Augenvoll Schwermuth und Eifersucht mir auf dem folgenden nach,den ich zu dem Nachbar ihres Elends that. — Athemlosgelangte ich an das Ende dieser schauderhaften Allee. Hierlehnte ich meinen Rücken an die breterne Wand, und über-blickte mit einem Herzen, das immer höher schlug, das ganzeLewegliche, grausenerregendc Gemälde, hörte in erschütterndem