Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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ihr weiß gemacht, daß ich ein Literator sey, oder glaubte siees meiner listigen Miene anzusehen; genug, ich hatte nochnicht drei Löffel von der Suppe genossen, als ich schon mitihren zwei vorzüglichsten Lieblingen des vergangenen unddeS laufenden gelehrten Jahrhunderts, mit Meliere undBüffon, bekannt war. — „Niemand," sagte sie von demersten, „hat feiner unsre kleinen Blößen an das Licht gezo-gen, und die Schleichwege zu dem Labyrinthe des weiblichenHerzens deutlicher angegeben, so daß man schwerlich jetzt einenderselben ohne Gefahr einschlagen könnte, von Männeraugenertappt zu werden." — Sie blickte mir dabei so herzhaft indie meinen, daß ich sie niederschlug. — „Dadurch," fuhr siefort, „ist ein gewisses Zutrauen unter beiden Geschlechternentstanden, das Vieles abkürzt und desto anziehender ist, jesteifer es sich auf die Kenntniß gegenseitiger Schwächen grün-det. " — Ich hätte gern der Dame mein Kompliment überden neuen Gesichtspunkt gemacht, aus welchem sie den Werthdes Komikers beurtheilte; aber sie ließ mich noch nicht zumWorte. — „Er hat gewiß," entwickelte sie ihren Satz mitselbstgefälligem Tone, „als ein guter Bürger, der bessernErziehung und dem natürlichern Gange unsers Jahrhundertsvorgearbeitet. Denn wer hat die Misanthrope, die Tartüffe,die krövienses ridicules aus unserm gesellschaftlichen Zirkel

vertrieben als Er?" — „Ich dächte, Madam-" —

„Und der Zweite," fuhr sie fort, ohne mich anzuhören, „wiehat er sein menschenfreundliches Herz, seine umfaffeuden