Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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dieß nicht für eine schwülstige Phrase, Eduard; denn wahr-lich, ich wüßte dir die Empfindungen meiner Seele nicht na-türlicher und verständlicher auszudrücken.

Im Fortgehen kam uns in der Allee die ältliche Dameentgegen, die weniger das Ansehen hatte, Aufseherin desFräuleins, als ihre ältere Freundin zu seyn. Sie empfingihre holde Vertraute, die mir die letzten Stunden des nunentflohenen Tages zu der unvergeßlichsten Epoche meinesLebens erhoben hat, sie empfing sie mit schweigender, aberdarum nicht weniger herzlichen Umarmung, in der gewißschon Alles lag, was zu ihrem gegenseitigen Verständnisse,gehörte und keiner Worte bedurfte. Nur mir hatte sie Et-was zu sagen — aber was? Der Brigadier sey auf einenAugenblick da gewesen und habe ihr, weil er nicht Zeit ge-habt mich aufzusuchen, das Schnupftuch zugestellt, das mir

diesen Morgen entkommen wäre. ■-Wenn du dir einen

Mann vorstellst, der unter bänglichem Gefühle des Lebenssich über den Erdball erhebt, seine Blicke in die Tiefen derEwigkeit senkt, und an Gott und Unsterblichkeit sauget, unddem in diesen Augenblicken ein Weib in das Ohr schreit:Mein Herr, Sie haben ein Loch in dem Strumpfe — sokannst du ungefähr errathen, wie mir in der kostbaren Mi-nute meiner vielleicht ewigen Trennung von dem erhabenenKinde eine so gleichgültige Nachricht und der Anblick meineseinfältigen, längst vergessenen Schnupftuchs gefallen mußte.Ich steckte es mit weit mehr Aergerniß ein, als ich bei