Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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„Um Gottes willen," brach ich jetzt los, „um Jesus Barm-herzigkeit willen, Herr Wirth, besinnen Sie sich. Ich sprechevon Fräulein von Saintaignan — von der Tochter des hiesigenHerrn Intendanten." — „Und spreche ich denn von einerandern?" erwiederte er. — „Dieses herrliche Geschöpf, sagenSie, würde Nonne?" — „Ganz gewiß, mein Herr! WundertSie das?" — „Aber, bester Mann," trat ich ihm jetzt mitgefalteten Händen näher, „wäre es denn möglich, daß einso verständiger Vater seine einzige Tochter, einen solchenEngel — " — „Vermuthlich damit sie es bleiben soll," fielmir der Wirth in die Rede, „bestimmte sie — nicht ihrHerr Vater — zum Kloster — da thun Sie ihm Unrecht —sondern die Mutter that es vor zehn Jahren auf ihremSterbebette." — „Aber was, ich beschwöre Sie, was brachtedenn diese aberwitzige Frau auf diesen barbarischen Einfall?" —„Ich will nicht mit Ihnen um Worte streiten," antworteteder Wirth; „aber Wer kann das genau wissen? Was ichdarüber habe schwatzen hören, will ich Ihnen mittheilen.Der Beichtvater, erzählen Einige, habe es der Sterbendenznr Bedingung ihrer Seligkeit gemacht. Dawider wäre nichtseinzuwenden. Es ist die Schuldigkeit dieser Herren; aber,ich glaube es nicht einmal. Meine Schwägerin auch nicht.Diese war bei der seligen Marquise bis zu ihrem Verscheidenund hatte Fräulein Klärchen auf dem Schoße. Auf der an-dern Seite vor dem Bette kniete der Sohn, der um zehnJahre älter als die Tochter, natürlich der Mutter auch