Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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Lebens. Und entflöhest dn als Bettlerin dem undankbarenLande, dessen Zierde du bist, so würdest dn doch die Sonneauf- und untergehen, den Wald grünen, die Saatfelderwogen sehen, würdest die Lerchen singen, den Bach rieselnhören, und in dem großen Tempel Gottes eine redliche frei-willige Dienerin seiner ausspendenden Liebe seyn.

Dreimal habe ich die niedergelegte Feder wieder erhoben,und meine Herzensangst durch das Adagio der Elegie zubesänftigen versucht; aber das Vorgefühl der unnennbarenLeiden, denen das unbefangene Kind, zur Feier seines Ge-burtstags, träumend entgegengeht, foltert mich zn sehr, ummeinen Schmerz täuschen zu können. Muß sie denn hin,die arme Verlockte, wo schon so viele lebendig begrabenwurden, die ihr an Schönheit, Tugend und Frohsinn gleichwaren; nun so stärke sie Gott bei dem Erwachen ihres Be-wußtseyns! Er lasse sie vollen Ersatz in der Frcundschafts-quelle der Unnachahmlichen finden, die dem ehelichen undmütterlichen Berufe freiwillig entsagt, um jeden Kelch mitihrer Jugendgespielin zn trinken, und auf denselben Stufen,gleichen Schritts mit ihr, in die Region der Auserwähltenzu steigen! Möge der Gedanke untrennbarer Vereinigungeuch immer als ein lachender Genius zur Seite stehen unddurch dieses kurze Leben begleiten, ihr göttlich verschwistertenSeelen! Zwei Blumen so denk' ich mir euch zweiherrliche Blumen im Thale, umringt von unübersteiglichenFelsen, die, der Kenntniß der Menschen und ihrer Neugier