Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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einem Jammer ohne Gleichen heranwuchs. Ich berufe michdreist auf die selbst höchst liebenswürdigen Damen meinerGesellschaft, ob sie eine gekannt haben, die ihrem Geschlechtemehr Ehre machte, und an Schönheit, Verstand und An-nehmlichkeiten dem Fräulein von Lara: gleich war." Nein,so wahr Gott lebt, fielen sie hier alle dem Redner ins Wort,und er selbst brauchte einige Augenblicke, sich von dem rühren-den Hinblick auf sie zu erholen. Denke, Eduard, um wieviel dieser Einklang bei einer solchen Gewissensfrage, dieseunglaubliche Zustimmung weiblicher Unpartheilichkeit über dieVorzüge einer andern, meine Aufmerksamkeit noch erhöhenmußte!Der Vater dieses Engels," fuhr der Seemann infeiner Erzählung fort,einer der wackersten Menschen, lebtein jenem reizenden Bezirke auf seinem Landgute, undwidmete nach dem Tode einer trefflichen Gattin seine Er-holungsstunden nur Freunde», die ihm glichen, und alleKräfte der Erziehung des einzigen Zweigs seiner glücklichenEhe. Diese ihm so liebe Tochter stand im dreizehnten Jahre,als er, in der besten Meinung, den Grund zu ihrem nach-herigen entsetzlichen Schicksale legte. Er versprach sie einemjungen Grafen fein Name doch ich verschweige ihnlieber aus Achtung für edle Verwandte. Sie wechselten dieRinge unter den übelsten Vorbedeutungen. Er steckte denihrigen mit einer spöttischen Miene an, die den Anwesendenhöchst mißfiel, und sie verlor den seinigen bei dem erstenSpaziergange. Bald nachher erhielt der junge Mensch einen