Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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gehalten, als sie auf ihrem traulichen Spaziergange damitüberrascht wurden. In einem dichterischen Schwünge derhöchsten Zärtlichkeit, unter dem Abglanze der untergehendenSonne, der sie beide mit klopfenden Herzen und Ahnungender annähernden Freuden nachblickten, bog Er, gleichsam alsVorspiel, diese noch unberührte Frucht den Lippen seinerGeliebten zu, und zerdrückte jede Beere, die sie faßten, mitglühenden Küssen; eine Scene, die das holde Weib noch jetztnicht vergessen kann. Heute feierten die Glücklichen denankommenden Frühling unter dieser ihnen so theuern Laube.Er wiegte sie auf seinen Knieen, und sich an ihrem Busen,und rechnete schalkhaft ihr vor, um wie viele Pfunde seitjenem mystischen Abend sie schwerer geworden sey, als einerseiner Bedienten ihm den Brief brachte. Die kleine Muth-

willige-ach! hätte sie gewußt, mit welcher Natter sie

spielte! — ergriff ihn, knickte das Siegel, drohte seine Ge-heimnisse zu lesen, und stellte es zuletzt seiner Großmuthanheim, ihre Neugier zu stillen. Gleichgültig schob er ihnzwischen die Weste, denn er hatte nur Augen und Gedankenfür sie. Diese Tändeleien der Liebe, die an dem Tage, derein so grausames Geschick in seinem Schoße trug, der Er-wähnung wohl werth sind, beschreibe ich nach der Aussageeiner Person, die das Frühstück besorgte, und dabei ab - undzuging — eines vortrefflichen Mädchens, das, als Kind, dieGespielin der jungen Dame, jetzt weniger ihre Dienstbotin,als bewährte Freundin war. Sie, die nach geendigtem