Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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der Zeit, nahm mich ^stillschweigend bei der Hand, führtemich durch einen dunkeln Gang in das feuerfeste Gewölbeder Sakristei, und stellte mich vor einen großen, alten, ver-goldeten Schrank, der meine geringe Geduld aufs ärgstedurch sechs künstliche Schlösser prüfte, die weit über eineViertelstunde wegnahmen, ehe der Pater eins nach dem an-dern geöffnet hatte: doch, dafür gelangte auch meine Bewun-derung zu einem unerwartete» Genusse. Drei weite Schub-fächer enthielten die Garderobe der Mutter Gottes Hem-den, Unterröcke, Calerons, Strümpfe, Spitzen, Halstücherund Roben, alles, wo nicht neumodisch, doch fein, prächtigund unbefleckt, wie sie selbst. Das kostbarste ihrer Kleider,und das sie nur einmal des Jahrs ihrem Hofstaate zurSchau gibt, war von himmelblauem Atlas mit goldnen Ster-nen gestickt, und mit Quasten von den reinsten Perlen be-setzt.Dieses Kleid, so äußerst kostbar es auch ist," sagteder Mönch,wird noch merkwürdiger durch die beiliegendeNachricht, daß es unversöhnliche Feinde der Gebenedeiten,drei portugiesische Juden waren, die es besorgten; so wieehemals bei ihrer Niederkunft drei Könige aus Morgenland,wie das Ihnen bekannt seyn wird."Ja, ja," sagte ich,und nachdem er das Kleid, wie die geschickteste Kammer-jungfer, wieder in seine Falten gelegt hatte, öffnete er einenmit schwarzem Sammet ausgeschlagenen Kasten. Gott ver-zeihe mir di- Sünde! aber beim ersten Hinblick flog mir derVerdacht durch den Kopf, die heilige Jungfrau habe durch