Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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»Aber warum hat denn dieser große Monarch," fragteich in meiner Einfalt, »bei der Menge Madonnen in seinemweitläufigen Reiche eben der Ihrigen eine so übermäßigeAuszeichnung erwiesen?"Warum? mein Herr," wiederholteder Mönch meine Frage mit mitleidigem Lächeln,aus derguten Ursache, weil er allein nur ihr sein Daseyn verdankte."Das ist etwas anders, aber ich bitte Euer Hvchwürden,wie ging denn Das zu?" Der Mönch verschloß erst mit dembeachtlichsten Ernste seinen Schrank, faßte mich darauf still-schweigend bei den Schultern, und drehte meine stolze Figureiner demüthig gebeugten zu, die in einem prächtigen Rahmenbeinahe die ganze Hauptwand der Sakristei einnahm demBilde eines Barfüßer Mönchs in Lebensgröße, von Rigaudgemalt dem wichtigsten Manne, wie der Pater sich aus-drückte, in der französischen Geschichte, und von dem ichdoch so mißlich steht eS leider mit meinen historischenKenntnissen kein Wort in meinem Leben gehört hatte.Desto mehr Aufmerksamkeit schenkte ich jetzt dafür den Thatendieses Auserwählten, die mein Führer mit vieler Beredt-samkeit zu entfalten verstand. Bei jedem neuen Farben-striche, den er dem Gemälde zusetzte, machte ich immergrößere Augen. Wie hoch stieg aber nicht erst mein Er-staunen, als ich in dem schönen Ganzen, das sich am Endeaus seiner Erzählung ergab, den Plan zu einem Helden-gedicht entdeckte, so tadellos und vollkommen, als vielleichtnoch keinem Dichter der Welt einen zu entwerfen gelungen