Band 
[Fünfter und sechster Band.]
Seite
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LS5

müßte, in den dortigen herrlichen Wäldern, Agathen amArme, zu wandeln — der Vorzeit in den alten Rittersälenmit ihr nachspüren und ihre Meinung über die himmelblaueRotunde zu hören. Mag doch aus meinem Vaterlande werdenwas Gott will! — dort komme ich immer noch zeitig genugan, und ohne mich länger zu besinnen, gab ich mein Jawortzweimal hintereinander. Indem brachte der Bediente dasPaket Zeitungen, ich schob es in die Tasche, ohne es anzu-sehen. Mein Freund hatte mich in eine Gegend verzaubert,aus der ich mich nicht wieder wegbringen konnte. Er mußtemir Alles auf das Genaueste vermalen und beschreiben. —Alle Winkel in seiner Burg waren mir lieb geworden, undich hätte mich mit Agathen finden wollen wie zu Hause.Wäre ich in diesem Momente vom Schlage gerührt worden,o Gott, wie viele köstliche Aussichten des Lebens — welchesüße Erwartungen hätte ich verloren! Das geschah nun zwarnicht, dafür traf mich aber eine andere Widerwärtigkeit, diejener nichts nachgab. Man händigte mir — und die Redeblieb mir im Munde stecken — einen Brief ein, den ebeneine Stafette gebracht habe. „Gib Acht," erschreckte michSaint-Sauveur, „die Unwissenheit der Berlinischen Aerztehat gesiegt — euer großer Friedrich wird dahin seyn, unddann erbarme sich Gott deines Vaterlandes! " — Ich riß denUmschlag auf — las — erblaßte, als ob er es errathen hätte— und nun reichte ich ihm das elende Geschreibe zu seinerBeruhigung hin. — Mit der meinigen war es vorbei. Ich

Thümmel, sammt!. Werke. V. 15