Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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erschreckt hat — für die Anatomie der Seele aber ein nochungleich schrecklicheres Kadaver; denn alle die Grundzüge desNeides, der Gefallsucht, der Heuchelei und der Wollust, diedas schlimmste Weib, so lange es bei sich ist, in etwas dochzu verbergen weiß, traten hier durch den Hohlspiegel derTollheit so vergrößert hervor, daß es keine andere Empfin-dung, als Schauder erregen konnte. Sie schien eben vonihrer Toilette zu kommen und sich nicht wenig auf ihrenKopfputz und den vortheilhaften Faltcnschlag ihres Halstucheseinzubilden. Auf der einen Seite lag ein Gebetbuch mitvergoldetem Schnitte von Madam Gupon, * wie mir Filbertsagte, neben einer Muschel mit Schminke — auf der anderneine Wulst von schwarzem Sammet, die ihrem hochaufge-strciften Arme zur Unterlage diente. In dieser gezwungenenStellung lächelte sie mich zuerst grinzenhaft an, ehe sie eineandere versuchte, die vor fünfzig Jahren nicht ohne Wirkunggewesen seyn mag. „Womit," fragte ich boshaft, „vertreibenSie sich hier die Zeit?" „Mit der Vergangenheit," faßtesie sich in drei stolzen Worten, „der Gegenwart und derAnkunft;" spielte bei dem ersten mit dem Schnürband — warfsich bei dem zweiten in die Brust und blickte bei dem dritte»

* Dali so ein Gebetbuch meinen Gedanken einen groben Spielraumeinräumt, mag folgende Stelle daranö beweisen'. Transportée sur unemontagne et dans une chambre ou je fus reçue par Jésus Christ. Je de-mande pour qui étoient les deux lits que j'y voyois, En voilà un pourma mère et l'autre pour vous, mon épouse. Je vous ai choisie pour êtreici avec vous.