Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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Vertrauter stiller Schatten!

Wo weilt dein Todtenlicht,

Verbirg das Grab des GattenDer Sattgelebten nicht!

Dort wandele des SchlummersMillkommner Genius,

Die Folter meines KummersIn Freiheit und Genuß!

War dann dem Ruf der TaubeDie ihrem Liebling girrt,

Vielleicht auf unserm StaubeDer Mörder nachgeirrt —

Dann fasse das GewissenUnd peinige die Hand, >

Die Herzen durchgerissen,

Die Gott zusammen band."

Diese Losungsworte flogen der Minute voraus, die denletzten Vorhang des erschütternden Trauerspiels aufzog.Hatte ich vorher diese Schr eckensscene als den einzigenAusweg zur Beruhigung der Hvchgemarterten, selbst bei derGewißheit, daß er über einen tobenden Abgrund führe, seuf-zend herbeigewünscht; so wäre ich ihr jetzt noch lieber ent-flohn, aber sie faßte mein sträubendes Haar mit unwider-stehlicher Gewalt und lahmte meine Glieder. Meine Augen hef-teten sich nur desto stärker an die Erscheinung dieses peinlichenWunders, je mehr es, als die bis jetzt noch schwankendeFlamme des Wahnsinns nun in voller Glut der VerzweiflungThümmel, sammrl. Werke. VI. 3