Band 
[Fünfter und sechster Band.]
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über das fürchterlich schöne Weib zusammenschlug, mein armesHerz zu zerreiben drohte. Jeder Pulsschlag setzte ihre Wangenin eine immer höhere Rothe — die Brust hob sich bis zumZerspringen — ihr langes, blondes Haar entschlüpfte leinenSchleifen und flatterte strahlend, wie ein Komet, durch dieNacht des Kerkers. Ohne auf die rührenden Bitten ihrerheldenmüthigen Freundin — ohne auf das kleine, anpochendeHerz zu achten, das unter dem ihrigen schlug, tobte sie undstreckte ihre entblößten, durch Wuth gestärkten Arme gegenden Himmel. Die Allmacht des Jammers hatte mich un-wissend zu Boden geworfen — kniend flehte ich zu Gott umLinderung — O du, der Alles vermag, schaffe Linderung diesemzersplitterten Herzen! Ach, wo war sie hingekommen, die edleDulderin? Ich sah an ihrer Stelle nur einen Engel derRache, der über ein Leichenfeld hinschwebt, und auf den Blut-spuren der erwürgten Unschuld seine Beute verfolgt. Dro-hungen der Ewigkeit blitzten aus ihren zürnenden Augen —flössen über ihre schäumenden Lippen. Mit Entsetzen sammeltmeine Feder einige der gifthauchcnden Worte, die ihrem zer-rütteten Gehirn entquollen, — aber den erschütternden Wohl-klang derselben, welche Harmonie der Sprache, welches tönendErz vermag ihn zu-erreichen!

Kannst du auch Rache segnen?

So nimm, Gott, meinen Schmerz

Und grad ihn dein verwegnen

Mordschuttigen inS Herz.